Stand: 13.07.2017 06:00 Uhr

AfD bringt Erschießung von Plünderern ins Spiel

von Maike Gross, NDR 1 Radio MV
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"Warum bei uns nicht?" - Christel Weißig von der AfD fragt nach sofortiger Erschießung von Plünderern.

Die AfD-Abgeordnete Christel Weißig hat wegen eines Facebook-Posts einen Eklat ausgelöst. Die Alterspräsidentin des Landtags hat nach den G20 Krawallen in Hamburg einen Schießbefehl auf Plünderer ins Spiel gebracht. Weißig hatte am 8. Juli bei Facebook einen Post zu den Krawallen während des G20-Gipfels in Hamburg veröffentlicht. Über einen Artikel über diese Krawalle stellte Weißig die Frage: "Plünderer werden sofort erschossen, warum gilt es bei uns nicht?" Den Post hat die 71-jährige AfD-Abgeordnete Weißig inzwischen wieder gelöscht, er ist aber weiterhin bei Facebook zu finden.

Parteien reagieren teils entsetzt: "Wer kommt als Nächstes dran?"

Kein Verständnis für Weißigs Äußerungen im Internet hat der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Jochen Schulte. Er erklärte, Teile der AfD würden erneut klarmachen, dass sie zu einer ernsthaften Debatte über die Probleme im Land nicht in der Lage seien. "Erst soll auf Flüchtlinge und ihre Kinder an den Grenzen geschossen werden, jetzt auf Extremisten im Hamburger Schanzenviertel - wer kommt als nächstes dran?", fragte Schulte. Es sei erstaunlich, dass diese Partei, die zumindest in Teilen nicht im Rechtsstaat Deutschland angekommen sei, nun im Landtag über die extremistischen Ausschreitungen am Rande des G-20 Gipfels debattieren wolle. Das Thema soll heute eine Rolle im Parlament spielen. 

Linke will Weißig nicht mehr als Alterspräsidentin akzeptieren

Der Innenexperte der Linksfraktion, Peter Ritter, reagierte empört. Er sagte: "Nach dieser Äußerung wird Frau Weißig von meiner Fraktion nicht mehr als Alterspräsidentin akzeptiert." Wer im Zusammenhang mit den Gipfelprotesten so eine Frage stelle, der stelle sich außerhalb geltenden Rechts, so Ritter weiter. Und ein Sprecher der CDU-Fraktion sagt, die AfD tue alles dafür, als politischer Mitbewerber nicht ernst genommen zu werden.

AfD: Weißig hat "sehr emotional reagiert"

Gegenüber dem NDR erklärte der Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Henning Hoffgaard: "Frau Weißig hat mit Blick auf die massiven Krawalle in ihrer Geburtsstadt, den zahlreichen zum Teil schwer verletzten Polizisten, verprügelten Journalisten, brennenden Autos und geplünderten Geschäften, wie zahlreiche Bürger auch, sehr emotional reagiert." Weil sie gemerkt habe, dass die Äußerung missverständlich sei, habe sie sie unverzüglich gelöscht, so Hoffgaard weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.07.2017 | 06:00 Uhr

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