Stand: 21.05.2017 15:25 Uhr

AfD-Parteitag: Scharfe Angriffe auf Merkel

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AfD-Landeschef Holm attackierte auf dem Parteitag in Binz Bundeskanzlerin Merkel. (Archivbild)

Mit verbalen Attacken auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat AfD-Landeschef Leif-Erik Holm den Bundestagswahlkampf für seine Partei eröffnet. "Wir wollen sie nach Hause in die Uckermark schicken", sagte Holm am Sonntag auf dem AfD-Landesparteitag in Binz auf Rügen. Die Kanzlerin habe im Laufe ihrer Kanzlerschaft mit "Euro-Desaster, Energiemurks, Migrationsirrsinn" viel verbrannte Erde hinterlassen. Das Land brauche einen "Mexit", einen Merkel-Exit, so Holm.

Vorbild FPÖ

Der Fraktionschef im Landtag betonte in seiner rund 20-minütigen Rede, dass die AfD keine Fundamentalopposition sei. In vielen Dingen habe die AfD jedoch fundamental andere Auffassungen als andere Parteien. Bei diesen Parteien müsse sich viel in Bewegung setzen, "in unsere Richtung, bis wir möglicherweise irgendwann Koalitionen und dann natürlich mindestens auf Augenhöhe für möglich halten". Vorbild sei die FPÖ. Die Partei liegt in Österreich inzwischen bei etwa 30 Prozent.

Holm will Merkel Direktmandat streitig machen

Holm ist AfD-Spitzenkandidat für Mecklenburg-Vorpommern und tritt im Wahlkreis Vorpommern-Rügen - Vorpommern-Greifswald I an, in dem Kanzlerin Merkel (CDU) seit 1990 jeweils das Direktmandat gewonnen hat. "Es kann ja keine angenehmere Gegenkandidatin im Wahlkreis geben. Ich will diesen Wahlkreis gewinnen", gab sich Holm selbstbewusst.

Satzung: Keine Mitgliedschaft für Extremisten

Bei einer Satzungsdiskussion stimmte eine breite Mehrheit der rund 100 Anwesenden für die Unvereinbarkeit einer AfD-Mitgliedschaft mit einer früheren Tätigkeit für extremistische Organisationen. Wenn Extremisten in der Partei wären, würde das die gesellschaftliche Anerkennung verhindern, sagte ein Parteimitglied.

Ostseepipeline ja, aber keine Äcker als Ausgleichsflächen

Die AfD hatte bei der Landtagswahl im vergangenen September 20,8 Prozent erzielt und war damit zweitstärkste Partei im Landtag geworden. Besonders stark schnitt sie in Vorpommern ab. "Das ist AfD-Land hier", sagte Holm. Die AfD habe große Sympathie für den Bau der Nord-Stream-Pipeline, sei jedoch entschieden dagegen, Ackerland als Ausgleichsflächen zu verwenden, so Holm. Auch Bauern auf Rügen lehnen den geplanten Umweltausgleich auf der Insel ab. Holm attackierte Agrarminister Till Backhaus (SPD), der zunächst gesagt habe, dass es mit ihm keine Enteignung der Landwirte geben werde. Später habe er aber nur noch davon gesprochen, dass es keine großflächigen Enteignungen geben solle.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.05.2017 | 16:00 Uhr

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