Stand: 27.10.2017 17:33 Uhr

A 20 bei Tribsees monatelang voll gesperrt

Nach den jüngsten Fahrbahnabbrüchen ist die A 20 zwischen den Anschlussstellen Tribsees und Bad Sülze seit Freitagmorgen in beiden Richtungen komplett gesperrt. Bislang war von den insgesamt vier Fahrspuren noch eine in Richtung Stettin frei. Man habe die wichtige Verkehrsader solange wie möglich offen gehalten, "doch die Sicherheit derjenigen, die sie nutzen, hat natürlich absolute Priorität", sagte Manfred Rathert, Leiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr.

Die Sperrung auf der A 20

Zu gefährlich: A 20 bei Tribsees voll gesperrt

Nordmagazin -

Die A 20 zwischen den Anschlussstellen Tribsees und Bad Sülze ist nun aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt - und die Ortschaften leiden unter dem Umleitungsverkehr.

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Riesiges Loch auf der Fahrspur

Auf der Fahrspur in Richtung Rostock war Anfang Oktober auf einer Länge von etwa 100 Metern die auf Moor gebaute Fahrbahn abgebrochen. Auf diesem Abschnitt entstand ein riesiges Loch von etwa 10 Metern Breite, 40 Metern Länge und durchschnittlich 2,50 Meter Tiefe. Zuvor hatten Mitarbeiter des Straßenbauamtes festgestellt, dass sich die Fahrbahn täglich um bis zu zwei Zentimeter absenkte. Als Ursache wird vermutet, dass tragende Betonpfähle in der bis zu 20 Meter starken Torfschicht unter der Fahrbahn gebrochen sein könnten. Der Verkehr in Richtung Rostock wird bereits seit Ende September umgeleitet. Das Verkehrsministerium rechnet damit, dass die Sanierung der Autobahn Jahre dauern könnte. Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hatte bereits vor wenigen Tagen angekündigt, dass eine Vollsperrung nur eine Frage der Zeit sei.

"Sicherheit nicht mehr zu gewährleisten"

Als Grund der Vollsperrung wurde die zunehmende Absenkung des Autobahndammes genannt. Messungen hätten ergeben, dass auch die Fahrbahn in Richtung Stettin zunehmend von der Setzung betroffen sei. "Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer ist nicht mehr zu gewährleisten", so Rathert. Zudem breiteten sich die Schäden an der Fahrbahn weiter aus.

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Umleitungen werden zu Einbahnstraßen

Der in Tribsees abgeleitete Verkehr in Richtung Rostock wird anstatt über Sanitz über die L 19 und L 23 zur Anschlussstelle Bad Sülze geführt. Dazu werden die Bauarbeiten auf der L 23 weitgehend abgeschlossen. Die L 23 wird jedoch nur in Richtung der Anschlussstelle als Einbahnstraße freigegeben. Durch diese Maßnahme soll sich die Umleitungsstrecke von bisher 30 auf rund elf Kilometer verkürzen.

Für den Verkehr in Richtung Stettin sollen Verkehrsteilnehmer ab der Anschlussstelle Bad Sülze über die Kreisstraße NVP 9 über Breesen und Langsdorf zur Anschlussstelle Tribsees fahren. Auch diese Strecke gilt nur für eine Richtung, das Befahren von Langsdorf aus in Gegenrichtung ist verboten. Weitere Informationen zu den Umleitungen gibt es auf der Webseite der Straßenbauverwaltung.

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Minister Pegel: "Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt"

Verkehrsminister Pegel erhofft sich von diesem "Umleitungs-Kreisverkehr" eine Entzerrung des Verkehrs auf den betroffenen Straßen. Dennoch werde es bei starkem Verkehrsaufkommen zu Staus kommen: "Die kurzfristigen Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt", so der Minister. Pegel bat die betroffenen Anlieger um Verständnis, die eingetretene Situation lasse derzeit keine anderen Lösungen zu.

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Hohe Belastung für Anlieger der Umleitungsstrecken

Wegen des starken Verkehrs auf den Umleitungsstrecken hatten sich Anwohner in den umliegenden Ortschaften über enorme Belastungen beklagt. Am Mittwochabend seien Betroffene in den umliegenden Ortschaften informiert worden, sagte Hartmut Kolschewski, Bürgermeister der Gemeinde Lindholz. Besonders stark betroffen sei das Dorf Langsdorf, das zu Lindholz gehört - von der Anzahl der Fahrzeuge und vom Richtungsverkehr. Statt wie bisher 1.700 könnten künftig 10.000 bis 15.000 Fahrzeuge pro Tag durch den Ort rollen. "Wenn man 100 Meter in Richtung Friedhof möchte, muss man zwölf Kilometer Umweg fahren", sagte Kolschewski. Durch das Dorf führen zwei Straßen. Über die eine führe der Verkehr in Richtung Rostock, über die andere kämen die Fahrzeuge in Gegenrichtung wieder herein.

Kommentar
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Provisorische Anschlussstelle soll Verkehr entlasten

Als weitere Maßnahme wird laut Pegel der Bau einer provisorischen Autobahn-Anschlussstelle vorbereitet. Diese soll Ende November fertiggestellt werden und die Umleitungsstrecke weiter verkürzen. Dadurch könnten weitere Ortsdurchfahrten, die zunächst belastet wurden, wieder entlastet werden, so Pegel. Zudem werde weiterhin geprüft, ob eine Behelfsbrücke gebaut werden kann. "Einen Termin für die Behelfsbrücke gibt es aber noch nicht", so der Minister. Anwohner hatten außerdem gefordert, die ehemalige Baustellenzufahrt aus der Bauzeit der A 20 wiederherzurichten. Dies sei auch geprüft worden, so der Minister, allerdings mit ernüchterndem Ergebnis. Der Bau würde zu lange dauern. Deshalb wolle man sich lieber auf den Bau der provisorischen Anschlussstelle sowie der Behelfsbrücke konzentrieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.10.2017 | 07:00 Uhr

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