Stand: 01.05.2017 16:40 Uhr

1. Mai: Gewerkschaften fordern klare Worte

Bild vergrößern
Zum Tag der Arbeit gibt es traditionell Kundgebungen, Feste und Demonstrationen. (Archivbild)

Zum Tag der Arbeit am 1. Mai haben die Gewerkschaften zu Festen, Kundgebungen und Demonstrationen in ganz Mecklenburg-Vorpommern eingeladen. Beim Demokratiefest in Neubrandenburg rief der DGB vor 3.500 Menschen die Bürger dazu auf, sich um ihre Zukunft Gedanken zu machen. "Wir möchten, dass sich die Menschen überlegen, ob sie einen Tarifvertrag wollen, und wie es mit ihrer Rente aussieht. Und dass sie dann dafür auch etwas tun", sagte die DGB-Regionsvorsitzende Gisela Ohlemacher. Die Parteien müssten deutlich machen, wie sie zu Themen wie gute Arbeitsbedingungen, Tarifbindung und stabilen Renten stehen. Gerade im Superwahljahr 2017 müssten nach Ansicht von DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn die Parteien Farbe bekennen.

Gedanken über Tarifvertrag und Rente machen

Zu dem Fest auf dem Neubrandenburger Marktplatz kam auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Es sei wichtig, für Arbeitnehmerrechte, starke Gewerkschaften und gute Arbeitsbedingungen einzutreten, sagte Sellering. Mit der Einführung eines in Ost und West gleichen Mindestlohns und der Begrenzung von Zeit- und Leiharbeit seien wichtige Verbesserungen erzielt worden. Er hoffe, dass auch das Gesetz für Lohntransparenz im Mai die letzte Hürde im Bundesrat nehme. Die Lage der Arbeitnehmer sei heute besser als vor zehn oder 20 Jahren. "Es ist heute deutlich leichter, einen guten Arbeitsplatz zu finden als früher", so der Ministerpräsident. Verbesserungsbedürftig sei das Lohnniveau.

Feste und Diskussionsrunden in mehreren Städten

Insgesamt gab es in Norddeutschland 28 Maifeiern, Kundgebungen und Demonstrationen - unter anderem in Rostock, Schwerin, Güstrow, Torgelow, Stralsund und Greifswald. In Greifswald setzten 30 Vereine, Organisationen und Initiativen ein Zeichen für Solidarität und Weltoffenheit. Auch die Kirche und der Landtag beteiligten sich. Initiiert vom Bündnis "Greifswald für alle" sollte das Fest eine Antwort sein auf rechte Gruppierungen, die soziale Netzwerke und die Straße für sich beanspruchen wollen, hieß es. Der pommersche evangelische Kirchenkreis und die Gemeinden der Stadt informierten an ihrem Stand über die Situation der Geflüchteten, von denen sich viele bei der Gestaltung des Tages einbringen. Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) war als Vertreterin des überparteilichen Bündnisses "Wir. Erfolg braucht Vielfalt" vor Ort. Der Bürgerbeauftragte des Landes, Matthias Crone, bot seine Hilfe bei Fragen und Problemen mit den Behörden an.

In Stralsund forderte der DGB-Regionalgeschäftsführer Volker Schulz eine Anhebung des Mindestlohns und allgemeingültige Tarifverträge. Wahlerfolge von Rechtspopulisten führte er auf Unzufriedenheit der Menschen auch mit der Höhe des Lohnniveaus zurück. Am Nachmittag demonstrierten etwa 250 NPD-Anhänger, darunter auch der Bundesvorsitzende Frank Franz.

Lohnangleichung und bessere Betreuung Arbeitsloser gefordert

Die SPD-Fraktion erklärte zum Tag der Arbeit, die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern hätten einen Anspruch auf gute Entlohnung. Eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten werde es mit der SPD nicht geben. Die Linke fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit in Ost und West und von Männern und Frauen. Der Arbeitslosenverband erinnert zudem daran, es würden noch zu viele Menschen im Land Arbeit suchen Der Verband fordert eine bessere Betreuung statt Sanktionen bei den Jobcentern.

Weitere Informationen

Merkel sagt Ost-Ländern Strukturhilfen zu

Ministerpräsident Sellering ist mit den Ergebnissen der Ost-Ministerpräsidentenkonferenz zufrieden. Bundeskanzlerin Merkel sagte den ostdeutschen Ländern weitere finanzielle Unterstützung zu. (08.04.2017) mehr

Hamburg tanzt friedlich in den 1. Mai

In der Nacht zum 1. Mai ist es in Hamburg friedlich geblieben. Für die Demos am Montag erwartet die Polizei einen Verlauf wie in den Vorjahren. Im Fall von Krawalle sei sie "gut gerüstet". (01.05.2017) mehr

Berufswahl: Hesse gibt neue Struktur vor

Schüler im Nordosten sollen sich künftig von der 5. Klasse an mit ihrer Berufswahl beschäftigen. Das sieht eine neue Verwaltungsvorschrift des Bildungsministeriums vor. (24.01.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.04.2017 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:02

Hansas Siegesserie reißt beim 0:3 gegen Lotte

16.12.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin
02:28

Rostocker Tafel verteilt Weihnachtsgeschenke

16.12.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin
07:41

Forscher suchen Mittel gegen Nierenkrankheiten

16.12.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin