Stand: 02.05.2016 07:00 Uhr

1. Mai: Gewerkschaften fordern gerechte Löhne

Mit zahlreichen Veranstaltungen haben die Gewerkschaften am Sonntag in Mecklenburg-Vorpommern den Tag der Arbeit begangen. Sie forderten dabei gerechte Löhne und mehr Tarifbindung von Unternehmen im Nordosten. Dabei kamen unter anderem in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg mehr als 4.000 Menschen zusammen.

Allein in Schwerin waren es nach Angaben des DGB rund 800 Teilnehmer. Die Veranstaltungen in der Landeshauptstadt wurden von Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Linken überschattet.

Am Vormittag sprach die Polizei Platzverweise gegen rund 100 Vermummte aus der linken Szene aus. Die aus der Region um Hamburg angereisten Aktivisten wurden von der Polizei eingekesselt und über mehrere Stunden festgehalten. Die Gruppe habe sich am Obotritenring, der die Innenstadt zum Teil umschließt, Anweisungen der Polizei widersetzt, hieß es. Darüber hinaus meldete die Polizei zwei Festnahmen nach Angriffen auf Beamte.

NPD-Demo in der Innenstadt

Auf einem nahe gelegenen Platz demonstrierte die rechtsextreme NPD. Trotz einer Gegendemonstration mit rund 500 Teilnehmern konnten die NPD-Anhänger nahezu ungestört durch die Innenstadt marschieren. Bis zu 450 Rechtsextreme waren insgesamt in der Landeshauptstadt versammelt. Die Sicherheitskräfte waren mit einem massiven Aufgebot in der Landeshauptstadt. In der Innenstadt hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund einen Sternmarsch zum Marktplatz organisiert. Bei Bentwisch (Landkreis Rostock) musste am Morgen der Zugverkehr für etwa eine Stunde unterbrochen werden, weil brennende Autoreifen im Gleisbett lagen, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Die Zugreisenden aus Richtung Stralsund - darunter eine Reihe Demonstranten aus dem rechten Lager, die nach Schwerin wollten - mussten mit dem Bus weiterfahren.

Ministerin Schwesig aus Elternzeit zurück

Zum Auftakt des Sternmarsches in Schwerin sprach Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) auf dem Schweriner Grunthalplatz vor dem Bahnhof. Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit und müsse von jeder Generation neu verteidigt werden. Es war der erste Arbeitstag der SPD-Politikerin nach ihrer Baby-Pause. Schwesig sagte, ihr Ziel sei eine Politik, die auch im Alltag von Familien, Kindern und berufstätigen Frauen ankommt. Das sei das beste Mittel gegen den Zulauf zu rechtspopulistischen Parteien.

Landesweit Aktionen

Auch in Neubrandenburg und Waren kamen die Menschen zu Demokratiefesten zusammen. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sprach sich auf einer Kundgebung in Torgelow für eine zügige Angleichung der Renten in Ost und West und einen Zwischenschritt im kommenden Jahr aus. "Das muss die Bundesregierung jetzt angehen", sagte Sellering vor mehreren hundert Kundgebungsteilnehmern. "Es kann nicht sein, dass es über 25 Jahre nach der Deutschen Einheit noch immer eine Rente Ost und eine Rente West gibt." Im Landkreis Nordwestmecklenburg fand zudem eine Fahrrad-Sternfahrt für Toleranz und Demokratie statt. Wie in den Jahren zuvor war das Ziel das Dorf Jamel. Dort haben sich zahlreiche Rechtsextreme niedergelassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.05.2016 | 13:00 Uhr

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