Stand: 05.01.2016 20:25 Uhr

Zusammenschluss gegen Flüchtlings-Großsiedlungen

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Auf dieser Baufläche in Klein Borstel soll ein Flüchtlingsheim entstehen.

Sieben Hamburger Initiativen, die sich gegen den Bau von Großunterkünften für Flüchtlinge aussprechen, haben sich zusammengeschlossen. Der Dachverband "Initiativen für erfolgreiche Integration in Hamburg" sei wegen der "Blockadepolitik" und der sich verschärfenden Tonlage aus dem Senat bezüglich der Flüchtlingspolitik gegründet worden, teilten Vertreter der beteiligten Vereine am Dienstag mit. Der Verband solle als Plattform für gemeinsame Aktionen dienen. Der Dachverband wirft Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) vor, die Bürger nicht in die Entscheidungen für die Unterbringung von Flüchtlingen einzubeziehen.

Transparenter Umgang mit Thema Flüchtlinge gefordert

"Wir fordern nicht 'Keine Flüchtlinge', wie uns oft von der Politik unterstellt wird, sondern erwarten und stehen für einen transparenten und nachhaltigen Umgang mit dem Thema, erklärte der Vorsitzende der Initiative "Lebenswertes Klein Borstel e.V.", Olaf Peter. Dies sei im Interesse der Flüchtlinge und der Bürger. Sprecher des neuen Dachverbandes ist Klaus Schomacker, der die Initiative "VIN-Rissen - Vorrang für Integration und Nachhaltigkeit" vertritt. Er kritisiert, dass im Stadtteil Rissen 800 Wohneinheiten für rund 4.000 Flüchtlinge angelegt werden sollten.

Befürchtung: Kosten könnten Gemeinwesen belasten

Im südlichen Stadtteil Neugraben-Fischbek befürchten Anwohner, dass deutlich mehr als 3.000 Flüchtlinge in dort geplante Folgeunterkünfte einziehen werden. Immense Kosten und die Folgen von fehlgeschlagener Integration würden das Gemeinwesen auf Jahrzehnte belasten, mahnte Björn Greve von der dortigen Initiative "Nein zur Politik - Ja zur Hilfe".

Dem Dachverband haben sich außerdem der Verein "Lebenswertes Lemsahl-Mellingstedt e.V.", "Gemeinsam in Poppenbüttel", "Ba-Lu Initiative für verbindliche Mindeststandards in Gemeinschaftsunterkünften in Bahrenfeld/Lurup" sowie die Initiative "Hummelsbütteler Feldmark" angeschlossen, die sich derzeit noch in der Gründung befindet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.01.2016 | 21:00 Uhr