Stand: 01.06.2017 16:40 Uhr

Verfassungsschutz: Gefahr von Anschlägen steigt

Die Wahrscheinlichkeit von Anschlägen durch den "Islamischen Staat" (IS) in Deutschland und Hamburg hat nach Einschätzung von Hamburgs Verfassungsschutzchef Torsten Voß zugenommen. Dadurch dass der "IS" in Syrien und im Irak nicht nur erfolglos sei, sondern sogar zurückgedrängt werde, "braucht er eine andere Form der Legitimation". Deshalb rufe der "IS" seine Anhänger dazu auf, Anschläge in den Städten begehen, in denen sie wohnen, sagte Voß am Donnerstag bei der Vorstellung des Hamburger Verfassungsschutzberichts 2016.

Keine Anschlagshinweise zum G20-Gipfel

Hinweise auf Anschläge zum G20-Gipfel im Juli liegen laut Voß nicht vor. Es gebe dafür derzeit keine Bedrohungslage, was den Bereich des Islamistischen Terrorismus angehe. "Derzeit beschäftigen uns eher die linksextremistischen, gewaltorientierten Organisationen. Dazu gehören der Rote Aufbau Hamburg, die Rote Flora oder die Interventionistische Linke mit ihren geplant militanten Aktionen“, sagte Voß.

Von gewaltsamen Protesten fernhalten

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Innensenator Andy Grote: "Wir appellieren an alle, genau hinzusehen."

Innensenator Andy Grote (SPD) rief außerdem zu besonderer Achtsamkeit bei der Auswahl der Protestkundgebungen auf. "Wir gehen davon aus, dass der allergrößte Teil friedlich ablaufen wird, appellieren aber an alle, genau hinzusehen", erklärte Grote während der Vorstellung des Berichts. Es werde auch gewaltsame Versammlungen oder Aktionen geben und "da sollte jeder Abstand halten".

In Hamburg ist die Zahl der Linksextremisten mit rund 1.000 laut aktuellem Verfassungsschutzbericht konstant geblieben. Für den G20-Gipfel rechnen die Sicherheitsbehörden mit bis zu 8.000 gewaltbereiten Autonomen aus dem Bundesgebiet und Europa, die unter dem Motto "Welcome to Hell" einen Demonstrationszug am 6. Juli planen.

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Hamburgs Verfassungsschutzbericht 2016

Die Beobachtung des Islamismus und hier insbesondere des Salafismus war ein Schwerpunkt der Arbeit des Verfassungsschutzes: Der Bericht 2016 als pdf-Datei. extern

Im Verfassungsschutzbericht heißt es außerdem, dass Rechtsextreme keinen Szene-Schwerpunkt in Hamburg hätten. Neu sei aber, dass in der Hansestadt rund 90 Reichsbürger beobachtet würden.

Weitere Informationen

G20-Gipfel in Hamburg

Der G20-Gipfel 2017 fand am 7. und 8. Juli in Hamburg statt. Im Dossier finden Sie News, Videos, Bilderstrecken und Reaktionen auf das zu Ende gegangene Gipfeltreffen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.06.2017 | 17:00 Uhr

Die rechte Szene in Norddeutschland - Was tun?

NSU, NPD, Pegida - wir haben die rechte Szene im Norden im Blick, analysieren Strukturen und geben Tipps, was Sie gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit tun können. mehr

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