Stand: 16.11.2015 16:45 Uhr

Verfassungsschützer: "Fokus auf die Rückkehrer"

Die Sicherheitslage in Hamburg hat sich nach den Anschlägen in Paris laut Verfassungsschutz nicht verändert - und ist nach wie vor hoch. Das sagte der Leiter des Verfassungsschutzes in Hamburg, Torsten Voß, im Gespräch mit NDR 90,3. Allerdings versuchten Islamisten zunehmend Flüchtlinge anzusprechen, um sie für ihre Organisationen zu gewinnen. Von Rekrutierung wolle Voß nicht sprechen, aber es gebe schon versuchte Einflussnahmen auf die Flüchtlinge.

Einzelfallprüfung durch Verfassungsschutz

Im Fokus des Verfassungsschutzes stehen laut Voß vor allem die Rückkehrer, also die Menschen, die von Hamburg Richtung Syrien und Irak gereist sind, um für die Milizen des Islamischen Staates zu kämpfen, und jetzt wieder in Hamburg sind. "Diese Personen werden einzelfallmäßig zusammen mit der Polizei und dem Verfassungsschutz in ihrer Gefährdung bewertet und die Ereignisse von Paris sind jetzt ein weiteres Element der Bewertungskriterien", sagte Voß.

"Sensibilisierung herbeiführen"

Zurzeit gibt es laut Verfassungsschutz rund 460 Salafisten in Hamburg. Mehr als doppelt so viele wie noch vor 15 Monaten, erklärte Voß. Das liege aber auch daran, dass man die Szene noch genauer beobachte. Strafverschärfungen sieht der Hamburger Verfassungsschutz kritisch, aber klar sei auch, jeder Mitarbeiter mehr erhöhe den Einblick in die Szene. "Natürlich greifen wir in dem Moment ein, wenn es mit Straftaten verbunden ist", so Voß zu NDR 90,3. Aber Eingreifen heiße auch, mit den Betreibern von Flüchtlingsunterkünften und den dort eingesetzten Sicherheitsunternehmen zu sprechen, um "dort auch eine gewisse Sensibilisierung herbeizuführen".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Treffpunkt Hamburg | 16.11.2015 | 16:45 Uhr