Stand: 22.09.2016 11:25 Uhr

Vattenfall dementiert Verkauf von Moorburg

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Das Kohlekraftwerk Moorburg ist erst im vergangenen November offiziell eröffnet worden.

Der Energiekonzern Vattenfall hat Berichten widersprochen, dass er das Hamburger Kohlekraftwerk Moorburg verkaufen möchte. Ein Konzernsprecher erklärte auf Anfrage von NDR 90,3, entsprechende Meldungen über einen Verkauf innerhalb der nächsten fünf Jahre seien falsch. Mehrere Medien, darunter auch der NDR, hatten berichtet, dass sich das schwedische Unternehmen von dem vor knapp einem Jahr offiziell eröffneten Kraftwerk trennen wolle, weil es nicht mehr zur Unternehmensphilosphie passe.

Sprecher: Information ist "Bullshit"

Die angeblichen Verkaufsabsichten seien die Fehlinterpretation eines schwedischen Agenturjournalisten und "Bullshit", sagte der Sprecher. Hintergrund ist, dass Vattenfall schon vor längerer Zeit bekannt gegeben hatte, ab 2050 nur noch umweltfreundlichen Strom herzustellen. Anfang der Woche sei Konzernchef Magnus Hall dann am Rande einer Investorenkonferenz in Schweden von einem Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters gefragt worden, ob ein Verkauf der Kohlekraftwerke denkbar wäre. Daraufhin soll Hall gesagt haben, dass vieles vorstellbar sei, aber dass es keine konkreten Verkaufspläne gebe. Daraus sei dann die Meldung mit den Verkaufsabsichten entstanden, so der Sprecher weiter. Er beteuerte im Gespräch mit NDR 90,3, dass Moorburg zumindest in den kommenden fünf Jahren nicht verkauft werden soll.

Kraftwerk schon lange in der Kritik

Das Steinkohlekraftwerk an der Elbe hatte erst im November vorigen Jahres nach acht Jahren Bauzeit offiziell den Betrieb aufgenommen. Bereits 2014 hieß es jedoch, dass Vattenfall das Kraftwerk heute nicht mehr so bauen würde. Es war 2008 vom damaligen CDU-Senat genehmigt worden. Der Versuch der schwarz-grünen Nachfolgeregierung, das Projekt wieder zu stoppen, scheiterte zwar. Doch wurden Vattenfall teure ökologische Auflagen wie ein zusätzlicher Kühlturm und Einschränkungen bei der Kühlwasserentnahme aus der Elbe gemacht.

Die Folge: Der Wirkungsgrad des Meilers sank auf etwa 46 Prozent und der jährliche Gewinn laut früheren Unternehmensangaben um neun bis 16 Millionen Euro pro Jahr. Umweltverbände und auch die Grünen kritisierten den Kraftwerksbau vor allem wegen der jährlich anfallenden bis zu 8,5 Millionen Tonnen CO2 scharf.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.09.2016 | 11:00 Uhr

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