Stand: 12.01.2016 10:24 Uhr

Scholz fordert 100.000 neue Jobs für Flüchtlinge

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Ministerpräsident Albig und Bürgermeister Scholz wollen die Zusammenarbeit ihrer Bundesländer weiter verbessern.

Hamburgs Bürgermeisters Olaf Scholz (SPD) hat Unternehmen in der Hansestadt aufgerufen, neue Jobs für Flüchtlinge zu schaffen. Angesichts der hohen Zahl von Flüchtlingen müsste die Wirtschaft stärker wachsen als bisher, sagte Scholz am Dienstag in Hamburg beim Neujahrsempfang der Unternehmensverbände Nord (UVNord). Für 10.000 Flüchtlinge würden 4.000 zusätzliche Arbeitsplätze und 4.000 Wohnungen benötigt, so Scholz vor rund 600 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Diplomatie.

Scholz 100.000 neue Jobs nötig

Insgesamt müssten in den kommenden Jahren rund 100.000 neue Jobs geschaffen werden, forderte Scholz. Der Zusammenhalt der Gesellschaft beruhe auf Wachstum. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) bezeichnete die Eingliederung der Flüchtlinge in Wirtschaft und Gesellschaft als die größte Herausforderung für Wirtschaft und Politik in diesem Jahr.

Unternehmensverband lobt Zusammenarbeit der Nordländer

Die Wachstumsraten von ein bis zwei Prozent in den vergangenen Jahren seien angesichts der Herausforderungen nicht mehr ausreichend. Der Präsident der Unternehmensverbände Nord, Uli Wachholtz, wies darauf hin, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein spürbar verbessert habe. Die Metropolregion sei Anker und Impulsgeber auch für Schleswig-Holstein.

Albig würdigt Mitmachgesellschaft

Im vergangenen Jahr seien 50.000 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein gekommen, von denen 34.000 geblieben seien. Doch nirgendwo in Schleswig-Holstein werde ein Zelt gebraucht, so Albig. Das Engagement vieler Freiwilliger zeige, dass es eine Mitmachgesellschaft gebe. Laut einer Umfrage des Unternehmensverbands Nord sind 75 Prozent aller Unternehmen bereit, Flüchtlingen einen Arbeits-, Ausbildungs- oder Praktikumsplatz anzubieten.

Unternehmen sind bereit, Flüchtlinge zu integrieren

Albig und Scholz warnten angesichts der sexuellen Übergriffe an Silvester die Zivilgesellschaft vor einer Stigmatisierung von Flüchtlingen. Beispielsweise seien Verbrecherbanden aus Osteuropa, die in Wohnungen einbrechen, nicht mit Flüchtlingen gleichzusetzen. Die Kriminalität habe mit der hohen Zahl der Flüchtlinge nicht zugenommen, betonte Albig. Natürlich müssten sich auch die Neuankömmlinge an rechtsstaatliche Regeln halten, so Wachholtz. Asylsuchende, die Frauen sexuell belästigten, müssten damit rechnen, zügig abgeschoben zu werden, ergänzte Scholz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.01.2016 | 17:00 Uhr