Stand: 06.01.2016 08:04 Uhr

Schulbehörde verteidigt Ganztagsangebot

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Schulsenator Ties Rabe sieht die Ganztagsschulen in Hamburg auf einem guten Weg.

Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat das Ganztagsangebot an den Hamburger Schulen gegen Kritik verteidigt. Nach aktuellen Erhebungen gebe es inzwischen an allen staatlichen Grundschulen ein gutes Ganztagsangebot, sagte Rabe am Dienstag. Dazu gehörten Mittagessen, Hausaufgabenhilfe, Bildungs- und Freizeitaktivitäten. Die Volksinitiative "Guter Ganztag" hatte 15.000 Unterschriften gesammelt und Verbesserungen gefordert - unter anderem mehr und geeignetere Räume und mehr Personal.

Drei von vier Kindern nutzen Nachmittagsangebote

Nach Ansicht von Rabe sind Eltern und Kinder mit dem Angebot zufrieden - das zeige die große Nachfrage. "Drei von vier Kindern, genauer gesagt 78 Prozent, aller Hamburger Grundschüler sind in der Kernzeit bis 16 Uhr für die Nachmittagsangebote angemeldet", so Rabe. Ursprünglich sei man von einer Quote von 40 bis 50 Prozent ausgegangen. Der große Zuspruch führe an einzelnen Schulen aber auch zu räumlichen Engpässen. Seit 2012 seien 162 Schulkantinen neu gebaut worden, davon 123 an Grundschulen. Die Personalsituation sei gut, sagte der Schulsenator. Eine pädagogische Kraft betreue Bildungs- und Freizeitgruppen mit durchschnittlich 13 Kindern.

Thema im Schulausschuss

Zu den Forderungen der Volksinitiative "Guter Ganztag" äußerte sich Rabe kritisch. Allein die Forderung, Klassenräume nicht für den Ganztag zu nutzen, würde viele Neubauten erfordern und bis Klassenstufe acht Kosten von rund 1,5 Milliarden Euro bedeuten. Die Volksinitiative stand am Abend im Schulausschuss den Abgeordneten Rede und Antwort und wies die Kritik zurück. Die Frage, was eine Umsetzung die Stadt kosten würde, konnte die Initiative jedoch nicht antworten, wie NDR 90,3 berichtete.

Frisch gekocht statt fertig geliefert

Man werde weiterhin für eine bessere Ausstattung der Ganztagsschulen kämpfen. Dazu gehöre, dass an jeder Schule frisch gekocht statt fertiges Essen angeliefert werde, sagte Christina Dwenger von der Initiative. Die Hausaufgabenbetreuung sei meist nur Aufsicht. Gert Kotoll von "Guter Ganztag" sprach von einer "Märchenstunde des Senators".

Die Bürgerschaft muss bis zum 3. Februar entscheiden, ob sie die Anliegen der Initiative übernimmt. Tut sie es nicht, können die Initiatoren ein Volksbegehren beantragen. FDP, CDU und Linke appellierten deshalb an den Senator, mit der Initiative zu verhandeln. Der bezeichnete das vorsichtig als "lohnenswert".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.01.2016 | 07:30 Uhr