Stand: 02.02.2016 17:09 Uhr

Prozess nach Prügel für Radfahrer am Jungfernstieg

Vor dem Hamburger Amtsgericht wird seit Dienstag ein Fall von Gewalt im Straßenverkehr verhandelt. Ein Autofahrer soll Anfang April 2014 einen Radfahrer verprügelt haben, der sich über das falsch geparkte Fahrzeug am Jungfernstieg geärgert hatte.

Verärgert auf Autodach geschlagen

Die beiden Männer, die sich im Gericht gegenübersitzen, könnten kaum unterschiedlicher sein. Der eine ist ein polizeibekannter bulliger Typ mit kahlrasiertem Schädel und schwarzer Lederjacke. Der andere ein Kaufmann mit randloser Brille und gestreiftem Oberhemd. Die beiden sind schon einmal auf dem Jungfernstieg aufeinandergetroffen, wo der Angeklagte seinen S-Klasse-Mercedes auf dem Fußweg geparkt hatte. Der Kaufmann musste mit seinem Fahrrad ausweichen und schlug verärgert auf das Autodach. Das sollte er später bereuen. Der Wagen fuhr los und verfolgte ihn. Vier Männer sprangen heraus, holten ihn vom Rad und schlugen zu. Sie traten noch auf ihn ein, als er schon benommen am Boden lag. Einer der vier Männer soll der Angeklagte gewesen sein. Er soll auch gedroht haben: "Wenn du das noch einmal machst, bringe ich dich um."

Handy einer Zeugin in die Alster geworfen

Anschließend soll er einer Zeugin, die alles gefilmt hatte, das Handy aus der Hand gerissen und in die Alster geworfen haben. "Ich hatte den Eindruck, das ist eine lebensgefährliche Situation", sagte ein weiterer Zeuge. Doch was genau tat der Angeklagte, was seine Freunde? Das muss nun das Gericht herausfinden. Ende Februar wird es weitere Zeugen vernehmen.

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es fälschlicherweise, der Prozess finde vor dem Landgericht statt. Wir haben das korrigiert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.02.2016 | 17:00 Uhr