Stand: 12.11.2016 18:46 Uhr

Papst empfängt Obdachlose - auch aus Hamburg

Zum Abschluss des Jahres der Barmherzigkeit hat Papst Franziskus am Freitag Tausende Obdachlose und arme Menschen aus aller Welt zu einer Audienz und einer Messe im Petersdom empfangen - darunter auch 70 Hamburger Pilger, die aus prekären Verhältnissen kommen, sowie deren 30 Begleiter.

Ein Obdachloser, der die Hinz und Kunzt auf der Straße verkauft.

Obdachlose zur Audienz beim Papst

Hamburg Journal -

Papst Franziskus hat 3.500 Obdachlose aus ganz Europa zu einer Audienz in den Vatikan eingeladen. Darunter sind auch 70 Menschen, die in Hamburg auf der Straße leben.

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"Wir müssen eine arme Kirche für die Armen bilden", sagte Franziskus in seiner im Unterschied zu anderen Audienzen frei gehaltenen Ansprache. Obdachlose dürften nicht als "Sklaven" ausgenutzt werden, verkündete der Pontifex vor den rund 3.500 Pilgern aus 21 Ländern im Vatikan. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bat um Verzeihung für die Momente, in denen sich die Christen von den Armen abgewendet hätten. Die Armen seien diejenigen, die Frieden schafften - deshalb seien die Welt, die Kirche und die Religionen auf sie angewiesen.

"Eine Woche nicht mehr Hände waschen"

"Hinz & Kunzt"-Verkäufer Rainer Rümke aus Hamburg war einer von zwei Deutschen, die dem Papst bei der Audienz die Hand reichen durften. "Ich werde meine Hände jetzt eine Woche nicht mehr waschen", sagte Rümke. "Der Papst ist so gütig, wie er auch erscheint", sagte Rita Bernzen vom Haus Bethlehem in Hamburg, die eine Gruppe begleitete. Umgeben von den Obdachlosen sei der Papst "ganz einer von ihnen" gewesen. "Und das haben alle gefühlt, glaube ich."

Enorme Herausforderung für Obdachlose

Die Hamburger Obdachlosen waren am Donnerstagabend nach Rom geflogen, nachdem der Hamburger Erzbischof Stephan Heße ihnen den Reisesegen gegeben hatte. Eine solche Flugreise stelle Obdachlose vor enorme Herausforderungen, hatte Jesuitenpater Jan Roser, der die Gesamtleitung der Hamburger Gruppe hat, im Vorfeld der Reise gesagt. "Das sind sehr verletzte Menschen, die so etwas noch nie erlebt haben." Einige Teilnehmer seien wieder abgesprungen, weil sie im letzten Moment Panik bekommen hätten, andere hätten wieder ausgeladen werden müssen, weil sie ihre Aggressionen nicht kontrollieren könnten.

Hamburger Obdachlose bei Franziskus

Idee für Aktion "Fratello" aus Frankreich

Der katholische oder christliche Glaube sei keine Bedingung für die Teilnahme an der Reise gewesen. Es werde nur erwartet, dass die Pilger offen für das Programm der Wallfahrt seien. Die Idee zu der Aktion "Fratello" (Bruder) kommt aus Frankreich, wo 2014 eine ähnliche Wallfahrt mit 150 Menschen vom Rand der Gesellschaft organisiert wurde.

Sonntag große Messe auf dem Petersplatz

Die Reise wird durch Spenden finanziert, in Hamburg beteiligen sich auch mehrere evangelische Einrichtungen an der Organisation. Die Obdachlosen-Wallfahrt endet am Sonntag mit einer großen Papst-Messe auf dem Petersplatz. Der Papst selbst setzt sich seit Beginn seiner Amtszeit für Arme und Bedürftige ein und traf dabei auch immer wieder Obdachlose. Der Argentinier will die Menschen in den Mittelpunkt rücken, die normalerweise von der Gesellschaft ausgeschlossen sind.

Weitere Informationen
02:20

Obdachlose reisen zum Papst

70 Obdachlose aus Hamburg treffen das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom. Sie erhoffen sich von der Papst-Audienz auch eine Veränderung für ihr Leben. (10.11.2016) Video (02:20 min)

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 12.11.2016 | 19:30 Uhr

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