Stand: 22.07.2015 14:07 Uhr

Offensive gegen Taschendiebe: Erste Erfolge

Fünf Wochen nach dem Start der Aktionswochen gegen Taschendiebe in Hamburg haben Landes- und Bundespolizei eine positive Zwischenbilanz gezogen. Seitdem seien 78 Täter erwischt worden, sagte Polizeieinsatzleiterin Julia Homburg am Mittwoch. In den fünf Wochen sei die Aufklärungsquote von 0,3 auf 4,6 Prozent gestiegen. Gegen 22 Serientäter wurde Haftbefehl erlassen. "Hamburg soll attraktiv für Touristen bleiben", sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer, "für Taschendiebe haben wir andere Ideen."

Gemischte Teams fahnden gemeinsam

Seit Mitte Juni sind gemischte Streifen von Zivilfahndern der Bundes- und der Landespolizei unterwegs. Nun werde in einer Task Force gemeinsam und quasi aus einem Guss gegen die Täter vorgegangen, sagte Norman Großmann, Leiter der Bundespolizei-Inspektion Hamburg, im Gespräch mit NDR 90,3. Insgesamt waren in der Zeit 630 Beamte im Einsatz. Zusätzlich versucht die Polizei die Bürger an Infoständen über die Tricks der Taschendiebe aufzuklären.

Anzahl der registrierten Taten in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt

In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Taschendiebstähle den Angaben zufolge mehr als verdoppelt, nämlich von 9.000 Taten im Jahr 1995 auf 20.000 im Vorjahr. Die größte Anzahl der Tatverdächtigen sei zwischen 20 und 30 Jahre alt und männlich. 90 Prozent der Tatverdächtigen seien Ausländer, vorwiegend aus Nordafrika und Südosteuropa, sagte Großmann. Oft handele es sich um Diebesbanden. Diese würden vor allem in Menschenmengen zuschlagen, etwa am Hauptbahnhof, im Kaufhaus oder bei Großveranstaltungen. Die Tricks der Diebe ähnelten sich oft: "Das Opfer wird ausgeguckt, angerempelt, angetanzt oder nach dem Weg gefragt." Begehrt seien Handys oder Bargeld. Schließlich werde die Beute schnell einem Komplizen übergeben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.07.2015 | 12:00 Uhr