Stand: 20.02.2017 13:00 Uhr

Oberleitung fällt auf ICE in Hamburg

Am Sonntagabend ist in Hamburg eine Oberleitung auf einen ICE der Deutschen Bahn gekracht - kurz vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof. Ein Sprecher der Bundespolizei erklärte NDR 90,3, es handele sich um eine gerissene 15.000-Volt-Leitung. Nach Angaben einer Sprecherin der Deutschen Bahn fiel die Oberleitung gegen 18.30 Uhr auf den hinteren Teil des ICE. Die Leitung sei aus Sicherheitsgründen geerdet worden, danach habe keine Gefahr mehr bestanden. Zunächst konnte nur ein Teil der rund 430 Passagiere aussteigen. Später konnten alle Fahrgäste den Zug verlassen.

Der ICE wurde nach Angaben der Bahn nach Mitternacht mit einer Diesellok abgeschleppt und in eine Werkstatt in Hamburg-Eidelstedt gebracht. Auch die Oberleitung sei in der Nacht zum Montag von Technikern repariert worden. Das zuvor gesperrte Gleis war mit Betriebsbeginn am Montagmorgen wieder uneingeschränkt befahrbar.

Bundespolizei: Keine Verletzten

Nach Angaben der Bundespolizei gab es keine Verletzten. Die Ursache für den Schaden sei noch unklar. Nach Informationen von NDR 90,3 stand ein Waggon des vorderen Zugteils am Bahnsteig. Darüber konnten die rund 150 Fahrgäste aus dem vorderen Teil den Zug verlassen.

Fahrgäste im hinteren Zugteil mussten warten

Der ICE bestand allerdings aus zwei gekoppelten einzelnen Zügen, die nicht mit einem Durchgang verbunden waren. Etwa 280 Fahrgäste aus dem hinteren Teil mussten länger im Zug warten. Ein Versuch, den ICE mithilfe einer Rangierlok weiter in den Bahnhof zu ziehen, missglückte, weil dessen Bremsen blockiert haben sollen. Um kurz nach 22 Uhr wurde entschieden, die Fahrgäste aus dem hinteren Zugteil doch außerhalb des Bahnhofes aus dem Zug zu holen. Die Menschen verließen den Zug nach und nach an der Straße Hühnerposten / Ecke Münzstraße. Gegen 23.30 Uhr hatten alle Fahrgäste den Zug verlassen - fast fünf Stunden nach der Panne. Laut einem Bahnsprecher wurden sie durch Bahnmitarbeiter betreut. Fünf wurden wegen Kreislaufproblemen in Rettungswagen behandelt, wie NDR 90,3 berichtete.

Hamburg: 15 000-Volt-Leitung stürzt auf ICE

Passagiere müde und ein bisschen genervt

Die aussteigenden Fahrgäste wirkten müde und ein bisschen genervt - aber größtenteils entspannt. Ein Passagier sagte NDR 90,3, dass in seinem Waggon die Luft irgendwann stickig wurde, dann seien aber die Türen geöffnet worden. Die Fahrgäste wurden mit Getränken versorgt. Die Bahn bat die Betroffenen um Entschuldigung und versprach eine angemessene Entschädigung im Einzelfall.

Auswirkungen auf Zugverkehr

Der ICE war von München über Berlin nach Hamburg unterwegs. Wegen des Unfalls kam es laut Deutscher Bahn zu Verspätungen im Bahnverkehr - betroffen waren die Regional-Linien von Hamburg in Richtung Lübeck sowie in Richtung Wandsbek. Aus Sorge vor Stromschlägen wurden zeitweise kleinere Straßen wie die Münzstraße am Hamburger Hauptbahnhof gesperrt, wie ein Polizeisprecher sagte. Auch eine Fußgängerbrücke sei betroffen gewesen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.02.2017 | 10:00 Uhr

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