Stand: 21.03.2016 16:55 Uhr

Mord am Briefkasten: Vermieter erneut vor Gericht

Vor dem Hamburger Landgericht muss sich seit Montag erneut ein 66-Jähriger verantworten, der seinen 71-jährigen Mieter ermordet haben soll. Dem Vermieter wird vorgeworfen, sein Opfer im Februar 2014 im Hausflur des Mehrfamilienhauses in der Erikastraße in Hamburg-Eppendorf überraschend attackiert zu haben, als dieser sich morgens seine Zeitung aus dem Briefkasten holen wollte.

Der Angeklagte verbirgt sein Gesicht im Gerichtssaal © NDR

Mordvorwurf: Vermieter wieder vor Gericht

Hamburg Journal -

Ein 66-Jähriger war 2014 verurteilt worden - er soll seinen Mieter erstochen haben. Das Urteil wurde aufgehoben, da die Schuldfähigkeit nicht geklärt war. Jetzt wird erneut verhandelt.

4,5 bei 14 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Mit Brotmesser auf Opfer eingestochen

Der Hausbesitzer soll ihn zunächst zu Boden geschlagen und dann einen Hammer und ein Brotmesser geholt haben. Damit soll er mehrmals auf den Hals und den Oberkörper des Opfers eingestochen haben, so die Staatsanwaltschaft. Der Mann starb vor dem Haus. Hintergrund sollen jahrelange Streitigkeiten gewesen sein, die auch vor Gericht ausgetragen wurden.

Ende Dezember 2014 hatte das Landgericht den Vermieter wegen Totschlags zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und ihn in die Psychiatrie eingewiesen. Das Bundesgerichtshof hatte das Urteil auf Antrag der Staatsanwaltschaft und eines Nebenklägers aufgehoben. Die Schuldfähigkeit des Angeklagten und die Heimtücke des Angriffs seien nicht ausreichend geklärt worden.

Gutachter soll psychische Verfassung einschätzen

Im weiteren Verlauf des Berufungsprozesses werde erneut ein Gutachter die psychische Verfassung des Angeklagten einschätzen, sagte Verteidiger Ralph-Dieter Briel am Rande des Prozesses. Sein Mandant werde sich auch schriftlich äußern.

Der 71-Jährige hatte rund sieben Jahre im Haus des Angeklagten gewohnt. 2010 hatte der Vermieter eine Mietpreiserhöhung um 100 Euro angekündigt, die der Mieter nach einer Beratung durch den Mieterbund zurückwies. Dies erzürnte den Angeklagten. Er fühlte sich von nun an von seinem Mieter persönlich angegriffen, wie es im Urteil des Landgerichtes von 2014 heißt.