Stand: 03.02.2013 19:53 Uhr

Mojo Club: Eine Legende zurück auf dem Kiez

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Leif Nüske und Oliver Korthals (links) wollen die Erfolgsgeschichte ihres Mojo Clubs fortsetzen.

Zehn Jahre nach seiner Schließung ist der Mojo Club zurück auf der Reeperbahn - genauer gesagt unter der Hamburger Amüsiermeile. Einer der bekanntesten Tanztempel Deutschlands ist nämlich in unterirdische Räume auf vier Stockwerken gezogen - direkt neben die "Tanzenden Türme". Oliver Korthals und Leif Nüske sind Gründer und Betreiber des Mojo Clubs. Gemeinsam setzten sie Trends und entwickelten Musikstile wie Dancefloor Jazz und Electric Jazz.

Der Club ist auch international ein Begriff geworden, hat kürzlich sogar ein Büro in London eröffnet. "Der rote Faden wird auch in Zukunft der Jazz sein", verspricht Korthals den Mojo-Fans. Erwartet die Besucher ein völlig neuer Club oder der alte Club in neuem Gewand? "Es ist eine Mischung", beschreibt der 46-Jährige das Konzept. Der Mojo Club solle auch in Zukunft von seiner besonderen Atmosphäre leben - und die Musik klar im Vordergrund stehen.

Spektakulärer Eingang in den Kellerclub

Der Eingang des neuen Clubs ist spektakulär: Zwei Luken im Boden mit dem berühmten Mojo-Logo "M" öffnen sich und eine Treppe mit 42 Stufen führt in den Kellerclub. Im 1. Untergeschoss befinden sich Eingang und Garderobe, ein Stockwerk tiefer geht es in den Oberrang. Der Club ist gestaltet wie ein Theater und erinnert an einen klassischen Konzertsaal. Im 3. Untergeschoss befinden sich dann Tanzfläche und eine 70 Quadratmeter große Bühne. Die Technik ist in der untersten Etage untergebracht.

Kapazität leicht erhöht

800 Besucher passen in den Club. "Es war für uns ein wichtiger Schritt, die Kapazität in einem gesunden Rahmen zu erhöhen, ohne die Club-Atmosphäre zu zerstören. Vorher haben nur 500 Menschen reingepasst. Für einige Konzerte war das zu klein", so Korthals. "Um eine gute Akustik zu erhalten, wurde der Raum rund gebaut."

Der Mojo-Betreiber hofft, dass auch in Zukunft einige bekannte Künstler dort auftreten werden - und erinnert sich an einige tolle Konzerte: "Wir hatten beispielsweise Norah Jones, die Brand New Heavies, Angie Stone und Deichkind hier. Nicht zu vergessen die Black Eyed Peas - das war großartig."

Jazz Café fast ganztägig geöffnet

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Das Jazz Café vom Mojo Club befindet sich im Erdgeschoss der "Tanzenden Türme".

Zum Mojo Club gehört auch ein Jazz Café im Erdgeschoss der "Tanzenden Türme", das von 11 Uhr morgens bis spät in die Nacht geöffnet haben wird. Es dient als Treffpunkt und als Rückzugsort vom Clubgeschehen, es gibt auch einen direkten Zugang zum Club, der sich aber neben den Türmen befindet und akustisch vom Gebäude abgekoppelt ist.

Auch im Café werden DJs Jazz, Soul, Dubstep und Elektro auflegen - und natürlich Chill Out. Denn auch dieser Musikstil wurde durch den Mojo Club mitgeprägt. DJ Raphael Marionneau lud an jedem ersten Mittwoch im Monat ins "Café Abstrait" ein. Korthals: "Raphael, eigentlich unser Grafiker, kam auf die Idee, Chill Out als Club in der Woche zu machen. Er installierte großartige Dinge und räumte den ganzen Laden um - und es kam sehr gut an. Wir sind deshalb wieder im Gespräch mit ihm - gut möglich, dass es etwas Ähnliches bald wieder geben wird."