Stand: 15.10.2015 07:15 Uhr

Hapag-Lloyds Börsengang fällt kleiner aus

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Mit dem Erlös aus dem Börsengang will Hapag-Lloyd neue Schiffe und Container kaufen.

Am 30. Oktober sollen die Aktien der Hamburger Traditionsreederei Hapag-Lloyd zum ersten Mal an der Frankfurter Börse in den Handel gehen. Doch der Konzern hat seine Erwartungen deutlich gesenkt: Statt der zuletzt anvisierten halbe Milliarde US-Dollar (440 Millionen Euro) rechne man wegen der jüngsten Börsenturbulenzen nur noch mit einem Bruttoerlös von 300 Millionen Dollar (265 Millionen Euro), teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

23 bis 29 Euro pro Papier

Der Erlös aus dem Börsengang soll für die Anschaffung von Schiffen und Containern genutzt werden. Hapag-Lloyd bietet insgesamt bis zu 15,7 Millionen Aktien an. Die Preisspanne erstreckt sich von 23 bis 29 Euro je Papier. Die Angebotsfrist startete am Donnerstag und endet voraussichtlich am 27. Oktober. Dann soll auch der endgültige Angebotspreis feststehen.

Wem gehört Hapag-Lloyd?

Hapag-Lloyd gehört nach der Fusion zu 34 Prozent CSAV, zu 23,2 Prozent der Stadt Hamburg und zu 20,8 Prozent dem Unternehmer Klaus-Michael Kühne. Diese drei Eigner haben ihre Anteile gepoolt und treffen Entscheidungen gemeinsam. Weiterer großer Aktionär ist der Touristikkonzern TUI mit 13,9 Prozent, der sich aber gern von seinen Anteilen trennen will. Der Rest gehört Hamburger Banken und Versicherungen.

Von den angebotenen Aktien stammen bis zu 11,5 Millionen aus einer Kapitalerhöhung. Optional können weitere bis zu 2,3 Millionen Aktien aus dem Bestand der TUI hinzu kommen. Der Reisekonzern stellt darüber hinaus weitere bis zu 1,9 Millionen Papiere für eine mögliche Mehrzuteilungsoption zur Verfügung.

Dadurch könnte sich das Volumen der Transaktion auf bis zu rund 410 Millionen Dollar erhöhen. Die beiden Ankeraktionäre Kühne Maritim und CSAV werden jeweils Aktien im Wert von 30 Millionen Dollar zeichnen.

Gute Bilanz im ersten Halbjahr

Hapag-Lloyd ist mit 188 Schiffen die viertgrößte Container-Reederei der Welt. In der ersten Hälfte dieses Jahres verdiente der Konzern 157 Millionen Euro, bei einem Umsatz von rund 4,7 Milliarden Euro. Das war das stärkste Ergebnis seit Langem und soll den Willen zum Börsengang sehr gestärkt haben. Rund um den Globus beschäftigt das Unternehmen rund 10.000 Mitarbeiter, gut ein Zehntel davon in Hamburg.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.10.2015 | 20:00 Uhr