Stand: 28.11.2015 10:28 Uhr

Hamburger CDU fordert Hafenschlick-Deponie

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CDU-Hafenexperte Ralf Niedmers bezeichnet die zunehmende Verschlickung als eines der drängendsten Probleme des Hamburger Hafens.

Mit einer Hafenoffensive will die Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion Druck auf den Senat und die Hafenverwaltung HPA ausüben. Unter anderem fordert die Oppositionspartei, dass die Hansestadt wieder eine eigene Deponie für Hafenschlick errichtet. Dann sei man weniger abhängig von den Nachbarländern, meint Ralf Niedmers, hafenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Denn eines der drängendsten Probleme sei, dass der Hafen zunehmend verschlickt und Schiffe die Terminals in der Vergangenheit wiederholt nicht wie gewünscht erreichen konnten. Der wirtschaftliche Schaden gehe in die Millionen.

Hafenfirmen beschweren sich

Mehrere Firmen hatten zuletzt angesichts der bis zu drei Meter hohen Schlickberge vor ihren Kaianlagen im Hamburger Hafen die Mieten gekürzt - und Hamburg so Einnahmeverluste beschert. Der Grund: Der viele Schlick im Hafen führt dazu, dass Unternehmen die Produktion zeitweise herunterfahren mussten, wie NDR 90,3 berichtet. Frachter müssten teilweise entladen werden, bevor sie nach Hamburg kommen könnten, und daher kämen Rohstoffe nicht rechtzeitig an. Andere Schiffe müssten gleich ganz umgeleitet werden. Inzwischen hat Schleswig-Holstein zwar zugesagt, weiter Schlick aus Hamburg anzunehmen. Aber das reicht nach Ansicht der CDU nicht.

Außerdem fordern die Christdemokraten, dass im Hafen künftig wieder das ganze Jahr Schlick gebaggert werden sollte - und nicht nur während der Wintermonate, wie mit der Umweltbehörde vereinbart.

CDU: Senat hat kein Konzept für den Hafen

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Ein Baggerschiff im Hamburger Hafen: Nach Willen der CDU soll es künftig das ganze Jahr eingesetzt werden - und nicht nur im Winter.

Niedmers wirft dem Senat vor, kein Konzept zu haben, wie sich Hamburg gegen die zunehmende Konkurrenz an der Nordsee behaupten kann. Der Hamburger Hafen, die Lebensader der Stadt, stecke in einer ernsten Krise. Eine weitere Forderung der Opposition: Die zuletzt gekürzten Investitionen der HPA - immerhin 28 Millionen Euro in diesem und im kommenden Jahr - müssten wieder aufgestockt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 28.11.2015 | 07:00 Uhr