Stand: 29.02.2016 06:11 Uhr

Frachter in der Elbe ist wieder frei

Der in der Elbe auf Grund gelaufene Frachter "Sandnes" ist wieder frei. Laut Polizei machte sich das Schiff danach auf den Weg nach Cuxhaven. Dort soll der Rumpf des Frachters auf mögliche Schäden untersucht werden. Der Frachter sei am Sonntagabend gegen 19.20 Uhr bei Hochwasser freigeschleppt worden, sagte Katrin Grünwald, Sprecherin des zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg NDR.de. Insgesamt seien fünf Schlepper im Einsatz gewesen. "Letztendlich verlief alles problemlos", sagte Grünwald.

Frachter war kleine Touristenattraktion

Die "Sandnes" war am Sonntagmorgen kurz vor dem Hamburger Hafen auf Grund gelaufen. Der 166 Meter lange und 24 Meter breite Frachter blieb in Höhe des Mühlenberger Lochs vor Blankenese im Schlick stecken. Am Nachmittag war der Frachter schon eine kleine Touristenattraktion: Spaziergänger fotografierten vom Elbstrand aus, Neugierige auf Sport- und Ausflugsbooten schauten sich das Ganze vom Wasser aus an.

Wasserschutzpolizei ermittelt

Der blau-rote Schüttgutfrachter war laut Polizei nicht beladen, als er nach einer Reparatur die ehemalige Sietas-Werft in Neuenfelde verließ. Ziel war Norwegen, die "Sandnes" wollte demnach in Richtung Elbmündung fahren. Kurz vor der Abbiegung vom Mühlenberger Loch in die Hauptfahrrinne der Elbe lief der Frachter auf Grund. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg schloss einen technischen Defekt aus. Vermutlich wollte der Kapitän den Weg abkürzen und geriet so neben das Fahrwasser und auf den Schlick, wie NDR 90,3 berichtete. Offenbar hatte er sich bei ablaufendem Wasser verschätzt. Menschen waren nach Angaben der Polizei nicht in Gefahr. Betriebsstoffe seien nicht ausgelaufen, sagte ein Sprecher. Die Wasserschutzpolizei habe an Bord des Schiffes ermittelt.

Zweite Havarie in kurzer Zeit

Erst vor gut drei Wochen hatte das große Containerschiff "Indian Ocean" im Elbschlick festgesteckt. Mit rund 400 Metern Länge ist es deutlich größer als die "Sandnes". Die beiden Fälle sind nach Angaben der Polizei nicht vergleichbar. In einer aufwendigen Bergungsaktion konnte die "Indian Ocean" am 9. Februar erst nach fünf Tagen Zwangspause befreit werden. Die Kosten für deren Bergung sollen im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Auf Grund vor Blankenese

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.02.2016 | 22:00 Uhr