Stand: 22.02.2012 10:05 Uhr

Elbvertiefung wird deutlich teurer als geplant

Bild vergrößern
Nach jüngsten Berechnungen der Hamburger Hafenverwaltung steigen die Kosten der Elbvertiefung auf mindestens 500 Millionen Euro.

Die Elbvertiefung wird offenbar deutlich teurer als bislang geplant. Nach Informationen von NDR 90,3 rechnet die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) mit mindestens 500 Millionen Euro. Bislang war von 385 Millionen die Rede.

Dem Bericht zufolge treiben höhere Öl- und Spritpreise die Kosten für die Elbvertiefung nach oben. Hinzu kommen zahlreiche Naturschutzmaßnahmen entlang der Elbe - unter anderem Ausgleichsflächen für den seltenen Schierlingswasserfenchel.

Mindestens 40 Millionen Euro Mehrkosten für Hamburg

Da die Elbvertiefung eine Bundeswasserstraße betrifft, trägt der Bund zwei Drittel der Kosten, Hamburg ein Drittel. Nach Informationen von NDR 90,3 kommen auf Hamburg nun Mehrkosten in Höhe von rund 40 Millionen Euro zu. Allein zwölf Millionen davon soll Niedersachsen für Ausgleichs- und Vorsorgemaßnahmen erhalten.

Weitere Ausgleichszahlungen für Niedersachsen?

Auch wenn eine generelle Zustimmung in den kommenden Wochen erwartet wird, verweigert Hannover bislang das Grüne Licht für die Elbvertiefung und verweist auf offene Fragen zur Deichsicherheit und eine möglichen Versalzung von Obstwiesen im Alten Land. Sollten hier zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen nötig werden, drohen weitere Kostensteigerungen im zweistelligen Millionenbereich.

Kritik an Kostenexplosion

Im Hamburg Journal des NDR Fernsehens warf Anjes Tjarks von der GAL dem Senat vor, zu täuschen, zu tricksen und zu tarnen. Trotz mehrfacher Nachfrage habe der Senat stets erklärt, Niedersachsen habe keine Forderungen gestellt. Und der Hamburger Chef des Umweltverbandes BUND, Manfred Braasch, sprach von einer Kostenexplosion. Man müssen sich nun die Frage stellen, ob sich die Elbvertiefung überhaupt noch lohne. Eine Frage, die von der HPA mit einem klaren Ja beantwortet wird. Aus Sicht der Hafenverwaltung rechnet sich die Fahrrinnenanpassung in jedem Fall - es gebe keine Alternative.

Projekt umstritten

Die Elbvertiefung ist seit Jahren umstritten. Nach den Baggerarbeiten sollen Schiffe mit einem tatsächlichen Tiefgang von 13,50 Metern die Unterelbe jederzeit befahren können. Bislang liegt der maximale Tiefgang für eine tideunabhängige Fahrt von Hamburg nach Cuxhaven bei 12,50 Metern. Umweltverbände befürchten durch eine neuerliche Elbvertiefung eine Zerstörung des Flusses. Niedersachsen wiederum bangt um die Sicherheit der Deiche. Obstbauern im Alten Land befürchten zudem eine Versalzung des Elbwassers, mit dem sie ihre Obstbäume beregnen.

Weitere Informationen

Dossier zur Elbvertiefung

Die geplante siebte Elbvertiefung ist seit Jahren ein Zankapfel zwischen der Hafenwirtschaft und Umweltschützern. NDR.de bietet einen Überblick über Pläne und Risiken der Fahrrinnen-Anpassung. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 10.02.2017 | 19:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:14 min

G20-Gipfel: U- und S-Bahnen sollen's richten

23.06.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal
01:48 min

Nach dem Unwetter: Aufräumen in der Stadt

23.06.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal
02:07 min

Star-Dirigent Alan Gilbert beerbt Hengelbrock

23.06.2017 19:30 Uhr
Hamburg Journal