Stand: 13.02.2016 16:35 Uhr

Düstere Aussichten für die Schifffahrtsbranche

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Hansa-Treuhand-Chef Ebel sieht kein schnelles Ende der Krise in der Schifffahrt.

Die Schifffahrtsbranche hat zu Beginn dieses Jahres mit massiven Überkapazitäten zu kämpfen. Derzeit seien so viele Schiffe ohne Auftrag wie seit sieben Jahren nicht mehr, sagte der Hamburger Reeder und Schiffsfinanzierer Hermann Ebel im Gespräch mit NDR 90,3.

Auch neue Riesen-Frachter betroffen

Auflieger nennen Reeder die Schiffe, die manchmal für Wochen, manchmal für Monate keine Fracht haben. Und davon ist zurzeit jedes 15. Schiff weltweit betroffen - Tendenz steigend. Auffällig dabei ist, dass auch viele große und besonders große Frachter mit Platz für mehr als 12.000 Container aufliegen. Darunter sind auch Mega-Frachter der neuesten Generation, die erst seit einigen Monaten in Dienst sind. Und von diesen Schiffen stehen in den Bestelllisten der Reedereien in den kommenden drei Jahren noch einmal Hunderte.

Charterraten halbiert

Gleichzeitig würden zu wenig Schiffe verschrottet, sagte Ebel, der 1983 zusammen mit einem Partner das Schiffsfinanzierungshaus Hansa Treuhand gegründet hat. Verschrotten sei das einzige was helfen könne, die Krise zu lösen, meinte er. Die Charterrraten, also die Preise, zu denen Schiffseigner ihre Frachter an Liniendienste verleihen, haben sich innerhalb des vergangenen dreiviertel Jahres halbiert. Es gebe Schiffseigner, die ihre Frachter zu einem Preis fahren ließen, der nicht einmal die Betriebskosten decken würde, sagte Ebel. Ein schnelles Ende der Krise, die immerhin schon acht Jahr lang andauert, sieht er nicht. 2016 werde es nur eine leichte Erholung geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.02.2016 | 16:00 Uhr