Stand: 15.06.2015 12:15 Uhr

Behörde besichtigt linksalternatives Zentrum

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Die ehemalige Gehörlosenschule wird zurzeit als linksalternatives Zentrum genutzt.

Im Hamburger Münzviertel haben am Montag Vertreter der Finanzbehörde das von mehreren Hausbesetzern genutzte Gebäude der ehemaligen Gehörlosenschule besichtigt. Die Aktivisten wollen mit ihrem Verein "Kollektives Zentrum" (KoZe) einen bereits bestehenden Mietvertrag übernehmen.

Begehung wird zum Happening

Die im Vorfeld umstrittene Begehung der Schulgebäude in der Norderstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs wurde von den Besetzern als Happening inszeniert: Die Vertreter des Landesbetriebes Immobilien, des Investors HBK sowie Techniker wurden nur einzeln hereingelassen und von maskierten und mit bunten Perücken bekleideten Frauen und Männern begleitet. Mit Konfetti im Haar kamen die Besucher nach einer halben Stunde zurück. Günther Westphal, der mit seinem Kunstverein einen gültigen Mietvertrag hat und diesen gerne verlängern, beziehungsweise an die Besetzer weitergeben möchte, hofft auf einen Kompromiss. "Wir gehen davon aus, dass der Mietvertrag verlängert wird, bis zum Abriss des Gebäudes", sagte er NDR 90,3.

Investor skeptisch

Die Besetzer erklärten nach der Begehung, man wolle deeskalierend wirken und sich an die Bedingungen eines Mietvertrages auch halten. Dietrich von Stemm vom Bauträger HBK, der auf dem Gelände 400 Wohnungen errichten möchte, ist da weniger optimistisch: "Solange es nur um eine reine Zwischennutzung geht, ist das aus meiner Sicht gestaltbar. Aber ausschließlich mit der Klarheit, dass nach Abschluss der Zwischennutzung eine Räumung erfolgen muss. Und offen gestanden: Daran glaube ich nicht." Die Finanzbehörde und der Bezirk Hamburg-Mitte wollen in den kommenden Tagen über die Ergebnisse der Begehung beraten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.06.2015 | 12:00 Uhr