Stand: 10.03.2016 07:23 Uhr

Bau von Flüchtlingsunterkunft verzögert sich

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Harburgs CDU-Fraktionschef Fischer moniert zu viele Befreiungen vom geltenden Baurecht.

Mit dem ersten Bauabschnitt der umstrittenen Flüchtlingsunterkunft im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek kann noch nicht begonnen werden. Überraschend stimmte die Bezirksversammlung Harburg dem Bauantrag am Mittwochabend nicht zu, wie NDR 90,3 berichtete.

Dabei sah es vor sechs Tagen noch alles nach Einigung aus. Der Hamburger Senat hatte die geplante Großunterkunft nach Anwohnerprotesten auf 1.500 Plätze halbiert. Deswegen sollte die Bezirksversammlung den ersten Bauabschnitt für 700 Flüchtlinge sofort durchwinken. Doch der Hauptausschuss vertagte den Bauantrag: Zu viele Befreiungen vom geltenden Baurecht monierte CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer. "Die bezogen sich auf die Überschreitung von Baugrenzen, auf zu hohe Häuser, auf zu viel Wohnungen pro Einheit, auf Holzfassaden anstelle von Putz", sagte er NDR 90,3.

Neue Probleme an anderen Standorten befürchtet

Die CDU will verhindern, dass der Senat die gerade gestrichenen 1.500 Flüchtlingsplätze nur eine Ecke weiter doch baut. Fischer: "Da wird zunächst gefragt nach Neugraben-Fischbek, und dann nach anderen Gebieten in Süderelbe. Da gibt es möglicherweise gravierende neue Probleme. Und wir würden nicht so gerne die Katze im Sack kaufen."

Der Senat prüft auch etwas entferntere Ersatzflächen an Rönneburger Stieg und Elfenwiese. Die 28 Holzpavillons sind schon bestellt - unklar bleibt, wo man sie aufstellt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.03.2016 | 07:00 Uhr

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