Stand: 06.07.2015 16:45 Uhr

120 zusätzliche Lehrerstellen für Inklusion

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Seit 2010 gilt in Hamburg: Förderbedürftige haben das Recht, an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet zu werden. (Themenbild)

Mit 120 neuen Lehrerstellen reagiert der Hamburger Senat auf die gestiegene Zahl von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Lehrer sollen dabei helfen, die Inklusion - also den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen - an Grund- und Stadtteilschulen zu bewältigen.

Die Zahl der Lehrer für die Förderung in den Bereichen Lernen, Sprache und emotional-soziale Entwicklung wachse in den kommenden Jahren von 685 auf 805, teilte die Schulbehörde am Montag mit. Nach den Plänen der Schulbehörde sollen die Stadtteilschulen 75 und die Grundschulen 25 zusätzliche Lehrerstellen bekommen - weitere 20 Stellen dienen als sogenannte Feuerwehrreserve zur temporären Unterstützung der Schulen.

Deutlich mehr Schüler mit Förderbedarf gemeldet

Seit Einführung der Inklusion in Hamburg vor fünf Jahren sind der Behörde deutlich mehr Schüler mit Förderbedarf gemeldet worden. Waren es im letzten Jahr vor diesem Schritt noch 5.227 Kinder und Jugendliche mit Lern-, Sprach- und Entwicklungsproblemen, so stieg deren Zahl im laufenden Schuljahr auf 8.031. Dieser Anstieg um rund 40 Prozent sei nur zum Teil auf fehlerhafte Diagnosen zurückzuführen, hieß es. Hauptgrund sei ein verändertes Meldeverhalten der Schulen. Es werde genauer hingesehen.

Nach den Plänen der Schulbehörde sollen die neuen Stellen nach einem festen Schlüssel den Schulen zugewiesen werden. Hamburgs Schulen mit Inklusion hätten dann rund 13 Prozent mehr Personal als gleich große Schulen ohne Inklusion.

Schulsenator kontra Opposition

Der Opposition und dem Schulleiterverband der Stadtteilschulen reichen die 120 zusätzlichen Stellen nicht aus. Schulsenator Rabe sagte dazu: "Im bundesweiten Vergleich sind unsere Schulen hervorragend ausgestattet."

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.07.2015 | 18:00 Uhr