Stand: 27.09.2017 22:38 Uhr

Vermeintlich verschüttet: Mexiko sucht Frida

von Xenia Böttcher

Überall auf der Welt bangten Menschen vor den Bildschirmen mit Frida: Lebt sie noch? Wird sie gut versorgt? Hält das Mädchen durch? Eine starke Geschichte voller Hoffnung überlagerte nicht nur in den mexikanischen Medien viele andere Geschichten rund um das verheerende Erdbeben in Mexiko vergangene Woche.

Rettungsarbeiten nach dem Erdbeben in Mexiko. © NDR

Vermeintlich verschüttet: Mexiko sucht Frida

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Nach dem Beben in Mexiko wurde die Suche nach einem Mädchen zum Symbol der Hoffnung: Frida war angeblich in ihrer Schule verschüttet worden. Doch das Mädchen gibt es gar nicht.

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Durch das Beben der Stärke 7.1 um 13:14 Uhr Ortszeit starben hunderte Menschen. Rettungskräfte suchten nach Überlebenden in Hohlräumen, so auch in den Trümmern einer Schule. Dort sollte sich nach Angaben von Helfern auch das Mädchen Frida befinden.

Verschüttetes Mädchen als Zeichen der Hoffnung

Unter dem #FridaSofia twitterten weltweit Menschen gute Wünsche an das Mädchen. Der mexikanische Privatsender Televisa berichtete rund um die Uhr als Poolführer von der eingestürzten Schule Neuigkeiten über den Zustand von Frida, darunter auch Augenzeugenberichte von Helfern, die angeblich mit Frida Kontakt hatten. Sogar Bewegungen von Fridas Fingern wurden im TV gezeigt - wenigstens sah es so aus. Parallel kursierte im Netz der Hilfeschrei einer Mutter als Ton-Dokument. Ihre Botschaft: Die Regierung wolle die Kinder nicht mehr retten.

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Rettungsarbeiten in Mexiko: Das Mädchen, das es nicht gibt

Nach dem Beben in Mexiko wurde die Suche nach einem Mädchen zum Symbol der Hoffnung: "Frida Sofia" war angeblich in ihrer Schule verschüttet worden. Doch das Mädchen gibt es nicht. extern

Gerüchte um das Mädchen, das es gar nicht gibt

Zunächst zweifelte niemand an Fridas Schicksal. Bis schließlich eine Zählung der vermissten Kinder ergab, dass kein Mädchen mit Namen Frida fehlte. Seitdem hat sich die Stimmung in den sozialen Netzwerken radikal gewandelt. Verschwörungstheorien schießen ins Kraut. Es werden sogar Vermutungen laut, das Militär habe Kinder versehentlich getötet und wollten dies nun überdecken.

Motiv: Wunsch nach Hoffnung?

Wie die Medien so lange dem Gerücht aufsitzen konnten und was genau dahinter steckt, recherchiert nun eine neue Verifizierungseinheit. Die Quellenforschung ist noch nicht am Ende, aber bei der Motivsuche ist man in Mexiko schon weiter. Der große Wunsch nach Hoffnung, nach einem Symbol der Kraft in der Katastrophe hat die Lüge über das Leben von Frida lang am Leben gehalten.

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ZAPP | 27.09.2017 | 23:20 Uhr