Stand: 30.09.2015 15:00 Uhr

Nachrichten für Flüchtlinge: Aktivismus oder Journalismus?

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Auf NDR Info Spezial ist montags bis freitags jeweils um 11.55 Uhr und 23.55 Uhr das "Refugee Radio" zu hören.

Der Bayerische Rundfunk will mit dem englischsprachigen Video-Ratgeber "Guide for Refugees" Neuankömmlingen bei wichtigen Alltagsproblemen helfen. Die "Bild" und die "BZ" lassen ganze Zeitungsseiten auf Arabisch drucken. Die Deutsche Welle bietet auf extra eingerichteten Onlineseiten Erklärfilme über Aufbau und Struktur der Bundesrepublik auf Arabisch an. Das Funkhaus Europa will mit seinem "Refugee Radio" (Englisch und Arabisch) Zuwanderern die aktuelle Diskussion in Deutschland zur Flüchtlingskrise nahebringen und berichtet außerdem über die Alltagsprobleme der Neuankömmlinge. Medienangebote für Flüchtlinge sind auf dem Vormarsch.

Bild der Startseite eines Nachrichtenformates für Flüchtlinge

Nachrichten für Flüchtlinge: Aktivismus oder Journalismus?

ZAPP -

Zahlreiche deutsche Medien erweitern ihr Angebot für Flüchtlinge. Ist diese Integrationshilfe professionell gemacht, wie kommt sie an und ist das noch Journalismus?

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Weitere ARD-Sender und private Medienanbieter haben mediale Produkte entwickelt, um das Ankommen und Zurechtfinden für die mehr als eine Million Geflüchteten zu erleichtern. Beim Nachrichtensender "n-tv" heisst das Angebot "Marhaba – Ankommen in Deutschland" und bietet Lebenshilfe in arabischer Sprache, teilweise mit deutschen Untertiteln. Die Nutzung des ersten Clips hat selbst die Macher überrascht: Innerhalb weniger Tage ist der Clip auf Facebook schon mehr als 100.000 Mal abgespielt worden. Hinter all den Projekten steht das ernsthafte und honorige Bemühen der Journalisten, nicht nur über die Flüchtlingskrise und ihre Protagonisten zu berichten, sondern auch für die Geflüchteten. Und manchmal, wie im Fall der fünf neuen Abendblatt-Flüchtlingsreporter, sogar mit ihnen gemeinsam.

Lebenshilfe oder Journalismus? Oder beides?

Doch erreichen die Botschaften in der Presse, im Fernsehen, im Radio oder Online auch die Adressaten? Das "n-tv"-Beispiel spricht dafür, wenn das Angebot auf exakt den gleichen Kanälen erfolgt, die in den Zelt-Städten, Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünften auch per Smartphone genutzt werden können. Aber wie steht es mit Radio-Sendungen, wie mit Print? Und ist das noch die Aufgabe von Journalisten, auf breiter Front Erklärfernsehen und Lebenshilfe anzubieten? Oder überschreiten die Medien hier die Grenze zum Aktionismus, rutschen sie in ein gut gemeintes "Helfersyndrom"? Verlieren sie auf der Jagd nach neuen Zielgruppen ihre Objektivität und vernachlässigen dabei ihre Wächterfunktion, also neutral über die Grenzen und Risiken der Zuwanderung aufzuklären? ZAPP hat sich in der Medienszene umgehört, mit Machern und Nutzern gesprochen.

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Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 30.09.2015 | 23:35 Uhr