Stand: 22.09.2015 19:49 Uhr

"Lügenpresse": Hetze per Flugblatt in Dresden

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Das Schlagwort der Wutbürger: "Lügenpresse".

"Lügenpresse" ist seit der Pegida-Bewegung ein geflügeltes Wort im Straßenprotest: Demonstranten, "Asylkritiker", "besorgte Bürger", aber auch linke wie rechte Verschwörungstheoretiker fühlen sich von den etablierten Medien belogen, verraten und verkauft.

Flugblatt

"Lügenpresse": Hetze per Flugblatt in Dresden

ZAPP -

In Dresden warnen Flublätter vor örtlichen Zeitungen. Diese gehörten der "Lügenpresse" an und seien gekauft. Wer die Flugblätter produziert hat, ist unklar.

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Flugblätter warnen vor lokalen Medien

Auch bei den Protesten vor einem geplanten Flüchtlingsheim in Bischofswerda wurde die Hetze gegen Geflüchtete mit der Hetze gegen die Medien verbunden. Passend dazu macht in Dresden gerade eine Postwurfsendung die Runde, in der vor den "Dresdner Neueste Nachrichten" (DNN) und der "Sächsischen Zeitung" gewarnt wird.

Untermauert wird das Ganze mit Behauptungen, die schlicht falsch sind: So ist unter anderem von einer hundertprozentigen Medienbeteiligung der SPD die Rede, in Wirklichkeit ist die SPD-Medienholding "ddvg" lediglich am Verlagshaus beteiligt, dass die "DNN" herausgibt - und zwar mit lediglich etwa 23 Prozent. So wird gelogen, um gegen die "Lügenpresse" Stimmung zu machen.

Wer steckt hinter den Flugblättern?

Zusätzlich wird für ein Buch des ehemaligen Journalisten Udo Ulfkotte geworben, der in verschwörungstheoretischen angehauchten Büchern vor angeblich "Gekauften Journalisten" warnt. Zapp hat sich auf die Suche nach der Quelle von Flugblatt und Falschbehauptung begeben. Auch die "Dresdner Neuesten Nachrichten" versuchen, den Urhebern des Postwurfpapiers auf die Spur zu kommen. Man prüfe juristische Schritte, heißt es dort - bislang aber ohne Ergebnis.

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