Stand: 30.09.2015 17:00 Uhr

Kachelmann gewinnt die erste Runde gegen "Bild"

Jörg Kachelmann hat vor dem Landgericht Köln ein Rekord-Schmerzensgeld erstritten: 635.000 Euro Entschädigung müssen "Bild" und "Bild.de" dem Wettermoderator zahlen (335.000 Euro die Axel Springer SE, 300.000 Euro die Bild GmbH & Co. KG), wenn das Urteil rechtskräftig wird. Der Hintergrund: 2010 wurde Kachelmann von seiner Ex-Freundin wegen Vergewaltigung angezeigt. Es kam zum Prozess, der mit einem Freispruch endete. In der Prozessberichterstattung kam es allerdings in verschiedenen Springer-Verlagstiteln zu schweren Verletzungen des Persönlichkeitsrechts, so das Landgericht Köln, daher die hohe Entschädigungssumme.

Bildzeitungsartikel über Kachelmann

Kachelmann gegen "Bild": Wettermoderator gewinnt erste Runde

ZAPP -

Wettermoderator Kachelmann zog gegen die "Bild" vor Gericht. Mit Erfolg: Das Landgericht Köln sprach ihm 635.000 Euro zu. Springer will das Urteil allerdings anfechten.

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Laut Kachelmanns Anwalt, Ralf Höcker, dürfte der Betrag durch Zinsen auf rund 800.000 Euro ansteigen, liegt damit aber noch weit unter den geforderten 2,25 Millionen Euro. Auf Twitter feiern sowohl die "Bild" als auch Kachelmann das Urteil als Sieg, dabei zeigt die Wortwahl des Wettererxperten, wie groß seine Abneigung gegen die "Bild"-Journalisten ist.

Ob das Urteil Bestand haben wird, muss sich erst noch zeigen, denn Springer hat bereits Berufung angekündigt - zur Not wolle man bis zum Bundesgerichtshof gehen. Bis zum endgültigen Urteil liegt Madeleine von Schweden in Sachen Entschädigung daher weiter vorn: 2009 wurde der Klambt Verlag zu 400.000 Euro Strafe verurteilt, da 86 Geschichten über die Prinzessin frei erfunden waren.

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 30.09.2015 | 23:35 Uhr