Stand: 18.11.2015 20:00 Uhr

Friesischer Rundfunk von Mitarbeitern gekauft

von Caroline Ebner
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Karl-Heinz Sünkenberg hat mit seinen Mitarbeitern den Sender FRF komplett übernommen und ist optimistisch.

Der Friesische Rundfunk, ein kleiner Regionalfernsehsender im niedersächsischen Friesland, hat es schon mehrfach in die Schlagzeilen geschafft: Im vergangenen Jahr wurde seine Reportage über den im Baum festsitzenden Kater Piepsi sogar zum YouTube-Hit. In diesem Jahr legte Geschäftsführer Karl-Heinz Sünkenberg nach, indem er Dschungelcamper Walter Freiwald öffentlichkeitswirksam ein Jobangebot machte.

Karl-Heinz Sünkenberg, Geschäftführer "Friesischer Rundfunk"

Gekauft: Friesen retten eigenes TV

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Der Friesische Rundfunk stand vor dem Aus. Doch dazu kam es nicht, denn die Mitarbeiter haben den Sender kurzerhand selbst gerettet, senden nun auf eigene Rechnung.

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Ausstieg der Verlage bedrohte Sender

Trotzdem macht der Sender jedes Jahr Verluste: Von 150.000 Euro spricht Geschäftsführer Sünkenberg. Doch der Friesische Rundfunk sei nicht nur beliebt im Sendegebiet, sondern auch sehr erfolgreich, vor allem beim Verkauf von Werbung. Clips für 42 Werbekunden produzierten die Reporter selbst. Weil er damit über immerhin 500.000 Euro an Einnahmen verfüge, wollte Sünkenberg nicht aufgeben, als alle bisherigen Gesellschafter außer ihm selbst, das heißt mehrere Zeitungsverlage aus der Region, ihren Ausstieg ankündigten.

Mitarbeiter sind jetzt Gesellschafter

Die Mitarbeiter übernahmen den Sender also kurzerhand selbst, sind nun seit wenigen Tagen als Gesellschafter der GmbH eingetragen. Das verkündeten sie stolz in einer Sondersendung des Friesischen Rundfunks. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, erklärten sie ihren Zuschauern. Klar ist aber: Jeder von ihnen haftet nun mit ein paar tausend Euro der eigenen Ersparnisse für den Sender. Deshalb wollen sie nun alles daran setzen, zu sparen und zugleich mehr Werbeeinnahmen zu erwirtschaften - auch durch neue Sendeformate. Die Mitarbeiter nehmen das Risiko auf sich und die Änderungen in Kauf, damit beim Friesischen Rundfunk alles bleiben kann, wie es ist.

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 18.11.2015 | 23:20 Uhr