Sendedatum: 27.08.2014 23:20 Uhr

Entführungen: Journalisten als lukrative Opfer

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Gefährliches Terrain: Besonders Journalisten sind in den Krisengebieten lukrative Entführungsopfer für Terrorgruppen.

Die grausame Tötung des amerikanischen Journalisten James Foley hat die Aufmerksamkeit auf ein Thema gelenkt, über das nicht viel berichtet wird: Die systematischen Entführung von Journalisten durch radikale Islamisten. "Alle Diplomaten und Vertreter der meisten Hilfsorganisationen haben das absolute Verbot, nach Syrien zu gehen. Journalisten sind insofern die Hauptbeute", erklärt Christoph Reuter vom "Spiegel". Er hat selbst aus Syrien berichtet und beobachtet, wie sehr sich die Entführung von Personen mit ausländischem Pass professionalisiert hat. Entführungsopfer werden über Monate versteckt gehalten.

Millionensummen für die Geiseln

Wenn die Terroristen Geld brauchen oder es in ihre Propagandapläne passt, treten sie an die Öffentlichkeit und stellen Forderungen. Für Geiseln aus europäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Spanien oder Italien werden nach langen Verhandlungen über Mittelsmänner Millionensummen gezahlt. Offiziell bestätigt wird dies von der Bundesregierung jedoch nicht. Die USA und Großbritannien weigern sich, auf Lösegeldforderungen einzugehen. So entsteht ein tragisches Dilemma. Die Millionen zur Befreiung europäischer Staatsbürger retten Menschenleben, finanzieren aber den Terrorismus. Umgekehrt musste der Amerikaner James Foley grausam sterben. Das Hinrichtungsvideo wurde zum Propagandamittel der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Journalisten besonders gefährdet

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Journalisten sind besonders gefährdet, entführt zu werden.

Welche Staatsbürgerschaft sie auch haben - für Journalisten ist die Berichterstattung über den Islamischen Staat doppelt gefährlich. Sie können in Kämpfen verletzt oder zu Entführungsopfern werden. Kurt Pelda, Krisenreporter in Syrien mit schweizerischem Pass, befindet sich zurzeit nur wenige Kilometer von der Front der IS entfernt. Täglich ist er diesen Gefahren ausgesetzt. Die Ermordung Foleys hat ihn trotzdem eher bestärkt: "Das hat in mir schon einen Widerstandswillen geweckt und ich habe mir gesagt, jetzt gehe ich gerade um denen zu zeigen, dass ich mich nicht einschüchtern lasse."

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ZAPP | 27.08.2014 | 23:20 Uhr