Stand: 03.06.2015 18:07 Uhr

Der Rundfunkbeitrag und die FIFA

Joseph Blatter ist durch die Hintertür verschwunden, aber die Korruptionsvorwürfe bleiben. Mit ihnen verknüpft ist die Frage nach der Verantwortung der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Schließlich übertragen sie die Fußballweltmeisterschaften.

Joseph Blatter geht von der Bühne © dpa - Bildfunk Fotograf: Walter Bieri

Der Rundfunkbeitrag und die Fifa

ZAPP -

Wären die teuren TV-Rechte nicht ein Druckmittel gegen die FIFA, fragen Medien und drängen ARD und ZDF. Die aber haben eine Doppelrolle als Vertragspartner und Kritiker.

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Im Jahr 2014, als Deutschland Fußballweltmeister wurde, haben sie allein die Spiele in Deutschland im Fernsehen ausgestrahlt. Laut unbestätigten Medienberichten zahlten die Öffentlich-Rechtlichen für die WM in Brasilien 270 Millionen US-Dollar an die FIFA. Dieser Anteil wirkt klein, wenn man betrachtet, dass die FIFA durch den Verkauf der TV-Rechte der WM rund 2,5 Milliarden US-Dollar eingenommen hat, wie die FIFA selbst in ihrem Geschäftsbericht angibt.

Rundfunkbeitrag in korrupte Systeme?

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Dies entlässt ARD und ZDF nach Ansicht einiger Kritiker aber nicht aus der Verantwortung. Özcan Mutlu, Sprecher im Sportausschuss des Bundestages von Bündnis 90/Die Grünen, meint zum Beispiel: "Öffentlich-rechtliche Sender haben eine sehr große Verantwortung, weil sie mit Gebühren finanziert werden. Und daher haben wir als Bürgerinnen und Bürger ein Recht darauf, dass sie eben diese Gebühren eben nicht in die Finanzierung korrupter Systeme stecken."

Kein Verdacht gegen den Sport selbst

Noch aber laufen die Ermittlungen gegen zahlreiche hochrangige FIFA-Mitarbeiter. Rechtskräftige Urteile über Korruption bei der Vergabe der Weltmeisterschaften nach Katar und Russland liegen noch nicht vor.

Insofern verweisen ARD und ZDF auf den rechtmäßigen Erwerb der TV-Lizenzen im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung und auf die Trennung des Ereignisses Fußballweltmeisterschaft und der Organisation FIFA. In der Tat gibt es derzeit keine Verdachtsmomente, die den Sport selbst oder die Vergabe der TV-Lizenzen an ARD und ZDF betreffen.

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Will sich momentan nicht festlegen: Thomas Bellut.
Gekaufte Turniere?

Bis zur nächsten Fußballweltmeisterschaft vergehen aber noch drei Jahre. Wenn es innerhalb dieser Zeit zu Verurteilungen kommt und sich herausstellt, dass es sich bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland und 2022 in Katar um gekaufte Turniere handelt, stellt sich die Frage erneut: Sind die Rundfunkbeiträge, die ARD und ZDF erhalten, hier richtig investiert?

Auf Nachfrage, ab welchem Punkt ARD und ZDF den kritischen Punkt des Ausstiegs erreicht sehen, antwortete ZDF-Intendant Thomas Bellut vage, er könne das noch nicht beantworten. Das sei im Moment zu früh.

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ZAPP | 03.06.2015 | 23:20 Uhr