Stand: 11.11.2015 15:00 Uhr

ARD-Doping-Doku bringt Russland unter Druck

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Doping ist ein ewiges Thema im Sport, darüber zu berichten extrem schwierig. Hajo Seppelt konnte zwei Whistleblower für seine Doku gewinnen.

Die BBC interviewte ihn, CNN, das chinesische Fernsehen, ABC Neuseeland, Al Jazeera und viele andere. Denn der Investigativ-Journalist Hajo Seppelt stand auf einer Pressekonferenz der WADA, der World Anti-Doping Agency, plötzlich im Rampenlicht. Aufgrund seiner Recherchen empfiehlt die WADA, die russischen Leichtathleten nicht zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zuzulassen. Eine Zäsur für den Weltsport. Die Unterlagen und Belege über systematisches Doping in Russland hatte der Journalist Seppelt geliefert.

Screenshot aus dem ZAPP Beitrag über die Anti-Doping-Doku der ARD. Zu sehen ist Julija Stepanowa bei den Olympischen Spielen, die als Whistleblowerin über das russische Dopingsystem ausgepackt hat. © NDR Fotograf: Screenshot

Kostet Doping-Doku Russland das Olympia-Ticket?

ZAPP -

Investigativ-Journalist Hajo Seppelt hat mit seiner Doku "Geheimsache Doping" systematisches Doping in Russland belegt. Wird Russland nun für Olympia gesperrt?

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Wird Russland für Olympia gesperrt?

In der Dokumentation "Geheimsache Doping - wie Russland seine Sieger macht" zeichnet der ARD-Doping-Experte das Bild eines engmaschinen Doping-Systems in Russland. Er kann seine Recherche auf mutige Whistleblower stützen und liefert mit ihrer Hilfe erdrückende Belege. "Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass die russischen Leichtathleten in Rio bei den Olympischen Spielen im nächsten Jahr nicht dabei sind, dann ist das ehrlicherweise die größte Auswirkung, die je eine Recherche von uns in der ARD gehabt hat im Bereich Sport, im Bereich Doping. Das hat es so noch nicht gegeben," sagt Hajo Seppelt im Interview mit ZAPP.

Und weiter: "Es ist ja ganz häufig im Sport, und ich mache Dopingberichtersttattung schon viele Jahre, dass Dinge von uns angeprangert werden, dass Beweise vorgelegt werden und nichts passiert. Dies wäre jetzt zum ersten Mal so, dass wirklich auch konkrete Konsequenzen gezogen werden, dass Schlussfolgerungen erfolgen aus Missständen im Sport. Das wäre historisch". Dabei hatte Seppelt es mit seinen Recherchen nicht immer einfach.

Interview
11:43 min

Reaktion auf Anti-Doping-Doku "einzigartig"

11.11.2015 23:40 Uhr

Die Doku von Hajo Seppelt über systematisches Doping in Russland könnte die Sperrung des Landes für Olympia zur Folge haben. Ein Coup, der auch zwei Whistleblowern zu verdanken ist. Video (11:43 min)

Investigative Sportjournalisten gelten oft als Nestbeschmutzer

Er war einer, der wie Don Quichote gegen die Windmühlen lief. "Es war schon früher so, dass Kollegen oder Kolleginnen uns eher mit Fingerspitzen angefasst haben. Ich kann mich gut dran erinnern, dass vor ein paar Jahren es so gewesen ist, dass wenn wir über Missstände im Sport berichtet haben, es geheißen hat, wir würden den Sport kaputtmachen und wir würden das Produkt beschmutzen. Und wir müssen aufpassen, weil wir auf der einen Seite die Fernsehrechte einkaufen, dass wir Liveübertragungen haben, dass wir hohe Einschaltquoten generieren wollen. Auf der anderen Seite stellen wir dieses Produkt gleichzeitig in Frage. Das kann doch nicht gehen, wurde argumentiert." Heute sei das anders, konzidiert Seppelt. Eine gute Nachricht für den Sport und den Sportjournalismus, wo oft zu wenig Distanz herrscht.

Ob die Doku wirklich dafür sorgt, dass Russland nicht bei Olympia in Rio de Janeiro dabei ist, werden wir 2016 sehen.

Weitere Informationen
03:18 min

Hajo Seppelt: "Schwieriger als bei der Mafia"

28.10.2015 23:20 Uhr

Für den ARD-Doping-Experten Hajo Seppelt sind die Schwierigkeiten bei der Recherche zu DFB und FIFA keine Überraschung. Die Welt des Sports sei verschwiegener als die Mafia. Video (03:18 min)

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Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 11.11.2015 | 23:40 Uhr