Weltbilder

Dienstag, 14. November 2017, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 16. November 2017, 01:45 bis 02:15 Uhr

Julia-Niharika Sen moderiert Weltbilder.

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Myanmar: Langhals-Frauen zwischen Tradition und Tourismus

Sie tragen kiloschwere glänzende Messingringe eng um den Hals geschlungen. Ein ausgefallener Schmuck, der ihren Hals deutlich länger erscheinen lässt. Die "Longneck"-Frauen vom Volk der Kayan geben diese Tradition seit Generationen von Mutter zur Tochter weiter. Untersuchungen habe ergeben, dass die Langhals-Frauen gar keine längeren Hals haben, sondern ihre Schultern unter dem Gewicht der Ringe nach unten gedrückt werden, was den Eindruck verstärkt. Sie leben im Osten Myanmars, in einer entlegenen und kargen Bergregion. Weil die Regierung sie als Attraktion propagiert und daher eigens Straßen in die Region baut, locken die Frauen mit dem extravaganten Halsschmuck mittlerweile Touristen in die Gegend.
Autor: Robert Hetkaemper

USA: Afro-Amerikaner bewaffnen sich

Mittelschicht, schwarz, unbewaffnet: Das trifft auf die meisten zu, die sich in ihrer Freizeit in besonderen Kursen nur für afro-amerikanische Frauen an Pistolen und Revolvern ausbilden lassen. Das "unbewaffnet" wollen sie ändern. Sie sind beim Schießtraining, weil eine neue Angst in den USA um sich greift: "So wie sich die Dinge entwickeln, ist es notwendig, dass wir lernen uns selbst zu verteidigen." Nach den Demonstrationen weißer Nationalisten in Charlottesville vertrauen viele afro-amerikanische Frauen nicht mehr auf den Schutz der Polizei. Rassismus sei wieder auf dem Vormarsch in den USA. Wer einen Schießkurs belegt ist keine Revolverheldin, sondern lediglich vorsichtiger als bisher. Da wundert es nicht, das die erste landesweite Waffenorganisation "National African-American Gun Association" nur für Afro-Amerikaner viel Zulauf erlebt - seitdem die Regierung Trump angetreten ist, wächst die Verunsicherung.
Autorin: Verena Bünten  

El Salvador: Lebensretter statt Mörder

El Salvador gilt seit Jahren als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Pro Tag sterben durchschnittlich zehn Menschen infolge eines Gewaltverbrechens. Schuld sind vor allem Revierkämpfe zwischen den Banden "Mara Salvatrucha" und "Barrio 18". Die brutalsten Bandenmitglieder sind oft Teenager. Umgebracht wird, wer feindliches Gebiet betritt. Die Banden rekrutieren meist junge Männer. Versprechen Geld, Macht und Frauen. Viele lassen sich verführen, weil das Leben sonst wenig Perspektive bietet. In dieser Situation sind sie ein Lichtblick: Die Männer und Frauen des Rettungsdienstes "Comando Salvamiento". Die Sanitäter sind spendenfinanziert, arbeiten ehrenamtlich und haben es sich zur Aufgabe gemacht, junge Menschen in ihr Team aufzunehmen, die sonst wahrscheinlich in den Fängen der Banden landen würden. Nun retten die Jugendlichen Menschenleben, statt sie zu zerstören. Gleichzeitig ist die Arbeitskleidung, das leuchtend gelbe T-Shirt, eine Art Lebensversicherung, denn die Helfer gelten für beide Banden als neutral, ihr Leben wird respektiert.
Autorin: Xenia Böttcher

Israel: Hilfe für Kinder des Kriegsgegners Syrien

Die Israelis nennen es das "Gute Nachbarschaftsprojekt". Der zuständige Militärarzt sagt, es gebe nicht nur die offizielle Politik zwischen den beiden verfeindeten Ländern, sondern eben auch eine rein humane Verpflichtung für Nachbarn in größter Not. "Drüben in Syrien ist die medizinische Versorgung doch vollkommen verwüstet, die meisten Krankenhäuser sind zerstört." Und darum huschen, geschützt vom israelischen Militär, 13 syrische Mütter und Omas mit Kindern und Enkeln durch den Grenzzaun. Alle an Körper und Seele kriegsversehrt. Sie kommen zur Behandlung nach Israel. Die Geschichten, die sie den israelischen Ärzten erzählen sind erschütternd: "Wir haben gerade gegessen, als eine Panzergranate in unser Haus einschlug. Mein neun Monate altes Baby wurde am Kopf getroffen, es war sofort tot. Mein älteste Mädchen verlor ein Bein, das zweite Mädchen und ihr kleiner Bruder jeweils ein Auge." Die Ärzte können hier in der kurzen Zeit nur das Nötigste tun: die offensichtlichsten offenen Wunden versorgen. Die weniger sichtbaren, aber manchmal umso tieferen, seelischen Verletzungen bleiben - den Kindern wie den Müttern. Und niemand außer ihnen kann ermessen, wie es sich anfühlt, als sie noch am selben Abend zurück müssen. Raus aus dem sicheren Krankenhaus. Wieder das erdrückende, vollkommene Schweigen. Wieder im Schutz der Dunkelheit. So endet der Tagesurlaub vom Krieg.
Autorin: Susanne Glass

Indien: Hilfe zur Selbsthilfe mit Solarenergie

Im "Barfuß-College" von Rajasthan lernen nicht nur indische Frauen, wie Solartechnik funktioniert. Die Schülerinnen kommen aus der Elfenbeinküste, Namibia oder auch aus entlegenen Gebirgsregionen in Indien. Sind 18 oder 80 Jahre alt und sie alle leben in Dörfern ohne Stromanschluss. Doch hier lernen sie sechs Monate lang, wie sie sich und ihre Heimatdörfer mit Solarenergie versorgen und ihr gelerntes Wissen weitergeben können. Elektrizität für ein besseres Leben. Die Kurse sind kostenlos, finanziert aus Spenden.
Autor: Markus Spieker

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