Weltbilder

Dienstag, 12. September 2017, 23:30 bis 00:00 Uhr
Donnerstag, 14. September 2017, 01:45 bis 02:15 Uhr

Constantin Schreiber

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Ägypten: Tabu-Thema Sex

2010 wurde Sexualaufklärung aus den Lehrplänen gestrichen. Die Folgen sind gravierend: Hormongesättigte Jungs belästigen und betatschen Frauen auf offener Straße, bei jung Verheirateten ist Sexualität mangels Erfahrung und Wissen oft ein Trennungsgrund, Verhütung ist wenig populär. So wächst das 90-Millionen-Volk der Ägypter jedes Jahr um weiter 2,5 Millionen Menschen, für die es keine Jobs und langfristig zu wenig Ressourcen gibt. Besserung ist nicht in Sicht, über Sex und die Probleme damit spricht man nicht. Denn worüber man nicht spricht, das gibt es bekanntlich nicht.
Autorin: Mariel Müller

Alaska: Forscher fürchten Trump

Der amerikanische Wissenschaftler Eran Hood fürchtet um seine Arbeit: Seit Jahren erforscht er den gigantischen Mendenhall-Gletscher in der Nähe von Juneau, der Hauptstadt Alaskas. Er schmilzt überproportional schnell, überflutet regelmäßig die Stadt. Doch Donald Trump will die Gelder für die Klimaforscher kürzen. Die Umweltbehörde hat bereits veröffentlichte Studien unter Verschluss genommen. Jetzt will ein privater Unternehmer den Forschern und ihren Daten eine Zuflucht bauen.
Autor: Jan Philipp Burgard

Ungarn: Oligarch dank Orbán

Ungarn profitiert in großem Umfang von EU-Fördergeldern. Geld, das häufig offenbar bei Familienmitgliedern und Parteifreunden von Ministerpräsident Viktor Orbán landet. Mehrfach haben Kritiker gegen dieses "System Orban" protestiert. Protestdemonstrationen gab es auch in Orbáns Heimatdorf Felcsut. Denn ein besonders markantes und kritisiertes Beispiel ist der frühere Schulfreund und ehemalige Heizungsmonteur Lőrinc Mészáros. Er schaffte den Aufstieg zum milliardenschweren Oligarchen im Windschatten von Orbáns Karriere als Politiker. Seine Firma baute unter anderem das Fußballstadion in Felcsut.
Autor: Darko Jakovljevic

Japan: Angst vor Raketen aus Nordkorea

Hiroyuki Ando ist Besitzer einer kleinen Baufirma. Er hat sich nicht auf die Regierung verlassen und in seinem Mietshaus selbst einen Bunker gebaut. Hier wird geübt: Auf Kommando raus aus den Wohnungen, Treppe runter, ab in den Untergrund. Ando hat vorgesorgt, doch die meisten Japaner wissen im Ernstfall gar nicht, wohin. Ihnen bleibt nur "duck and cover" - runter, Hände über den Kopf und hoffen, dass nichts passiert. Und das in einem Land, das als erstes und bislang einziges von Atombomben getroffen wurde und mit Nordkorea einen Nachbarn hat, der auf Gedeih und Verderb nach nuklear bestückten Langstreckenraketen strebt.
Autor: Uwe Schwering

Irland: Druckmittel für Brexitverhandlungen

In Irland, vor allem in Nordirland, geht die Angst um vor einer harten Grenze, wird der Brexit Realität. Erkennbar wird, dass die Briten die ehemalige Unruheprovinz als "bargaining chip" - also als Druckmittel - in die Brexitverhandlungen einbringen wollen. Aus der grünen beinahe unsichtbaren Grenze wird eine EU-Außengrenze und plötzlich ist sie wieder in Jedermanns Kopf. Niemand will die Rückkehr von Terror und Gewalt, aber es sind nicht wenige, die fürchten, dass eine harte Grenze mit Zollkontrollen die alten Geister wieder wecken könnte.
Autorin: Hanni Hüsch

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