Unsere Geschichte

Als Rügen Urlaubsinsel wurde

Samstag, 02. September 2017, 11:30 bis 12:15 Uhr

Urlauber warten am Bahnhof von Sellin auf Rügen auf den Zug. © NDR

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So präsentiert sich Rügen heute: Zwei imposante Villen im Stil der Bäderarchitektur in Binz.

Kilometerlange weiße Sandstrände, glanzvolle Bäderarchitektur, die Seebrücke von Sellin - das ist Rügen. Sechs Millionen Übernachtungen werden dort pro Jahr gebucht. Deutschlands größte Insel hat Karibik-Flair. Doch das war nicht immer so. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Rügen keine Urlaubsinsel Jeder zweite Bewohner ist ein Flüchtling. Rügen ist "Umschlagplatz" für Vertriebene. Mondäne Hotels, reetgedeckte Pensionen werden zu Notunterkünften für die Menschen. Trotzdem spricht man 1946 offiziell von "der ersten Nachkriegssaison an der Ostseeküste".

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Sieben Jahre später beginnt "die planmäßige Entwicklung des Feriendienstes der Gewerkschaft beim Aufbau des Sozialismus". Sie beginnt rücksichtslos mit der so genannten Aktion Rose. Willkürlich werden 1953 private Hotel- und Pensionsbesitzer, Geschäftsleute enteignet und verhaftet. Aus Privatbesitz wird Volkseigentum. FDGB-Urlauber ziehen ein. Das Kurhaus Binz allerdings hat einen Sonderstatus.

Wie es damals auf Rügen war, darüber berichten die Menschen, die hinter den Tresen und Essenausgaben standen. Sie erzählen von zentraler Einweisung, von Essen in drei Durchgängen, davon, wie Mangelwirtschaft mittels Fantasie kaschiert wurde. "Auch wenn das Bier dünn und das Eis wässrig ist, es ist doch Urlaub an der Ostsee!"

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Autor/in
Katrin Richter
Gudrun Brigitta Nöh
Redaktion
Birgit Müller
Produktionsleiter/in
Nicole Deblaere