Unsere Geschichte - Als die Polen in den Norden kamen

Aus Haren wird Maczkow

Samstag, 15. Oktober 2016, 11:30 bis 12:15 Uhr

Es ist ein nahezu unbekanntes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Seite an Seite mit den Engländern marschierten auch Soldaten der polnischen Exilregierung nach Norddeutschland. Ganze drei Jahre blieben sie und waren für eine Kleinstadt im Emsland sogar mehr als eine Besatzungsmacht.

Die Harener mussten ihre Häuser räumen

Viele Harener dachten, der Krieg sei vorbei und sie könnten nun zupackend in die Zukunft steuern. An Pfingsten 1945 mussten aber die Bewohner unerwartet ihre Häuser räumen. Sie durften nur das Nötigste mitnehmen. Knapp 1.000 Familien wurden obdachlos. Fortan wohnten Polen in ihrer Heimatstadt, Soldaten, aber auch befreite Kriegsgefangene und Vertriebene.

Haren war quasi über Nacht eine kleine polnische Enklave geworden, verlor sogar seinen Namen und hieß seinerzeit Maczkow. Die Harener Bevölkerung kam bei Freunden und Verwandten in den umliegenden Dörfern unter. Die britische Militärregierung hatte so entschieden.

Drei Jahre lang Lebensalltag

In der Dokumentation aus der Reihe "Unsere Geschichte" kommen die letzten noch lebenden Zeitzeugen zu Wort, historische, teilweise bislang unveröffentlichte Filmaufnahmen sind zu sehen. Dokumente aus britischen Archiven zeugen von einer Nachkriegsepisode, die aus heutiger Sicht absurd erscheinen mag, für viele Tausend Menschen, Deutsche wie Polen, aber drei Jahre lang Lebensalltag war.

Gefördert mit Mitteln der nordmedia Fonds GmbH in Niedersachsen und Bremen.

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