Skandale und Skandälchen

Klaus Kinski und Moderation Alida Gundlach am 18.10.1985 © NDR/Gita Mundry Fotograf: Gita Mundry Detailansicht des Bildes Klaus Kinski und Moderation Alida Gundlach am 18.10.1985 Wer erinnert sich nicht an des internationalen Films liebsten Wahnsinnsmann Klaus Kinski. Der hatte 1985 einen frisch abgedrehten Film, "Kommando Leopard", zu promoten und sich schon am Vormittag prächtig eingeführt, indem er auf hellichtem Jungfernstieg einen vorüberradelnden Büroboten vermöbelte.

Kleine Ouvertüre für alles, was dann am Abend folgte: Die Moderatorin Alida Gundlach bekam zunächst mal gesagt, was sie so rede, sei nur Müll. Obwohl Kinski, nächste Überraschung, nur ihretwegen gekommen sei. Weil sie einen so tollen Po habe. Und ob sie denn Strapse trage? Worauf er zur Sache griff. Für Alida eine noch handfestere Verehrung als später vom Schlagersänger Falco, der sie mit einem "Du kleines rotes Teufelchen ..." anflirtete.

Eartha Kitt auf dem Schoß von Rudi Carrell am 17.02.1984 in der NDR Talk Show © NDR/Fred Fechtner Detailansicht des Bildes Der Kinski-Ausfall ist bis heute das sicher meist beredete aller NDR Talk Show-Skandälchen geblieben. Weitere Favoriten, neben Klaus Löwitschs Studio-Flucht beim Anblick seiner Ex-Freundin Barbara Valentin, dürften Julius Hackethals Show-bewusste Ausführungen zur Sterbehilfe sein (die gleichfalls anwesende Eva Renzi: "Mir wird schon schlecht, wenn ich Ihnen nur zuhöre"). Zu den weiteren Highlights gehörte Eartha Kitts dezenter Biss in Rudi Carrells markante Nase.

Manch Talkshow-Skandälchen fand nur hinter den Kulissen statt, so die Weigerung der Schauspielerin Nicole Heesters, sich gemeinsam mit dem CSU-Mann Friedrich Zimmermann vor die Kamera zu setzen. Und manches war sozusagen hausgemacht.

Welcher Teufel hatte nur Wolf Schneider im Dezember 1982 geritten, ausgerechnet gegen das deutsche Weihnachtsfest vom Leder zu ziehen? Es kotze ihn an, tönte er im forschen Kasino-Ton, ihm stinke aller Weihrauch und die ganze Heiligtuerei, und schon erlebte er eigenem Wort nach sein "tannengrünes Wunder". Noch während der Sendung kamen einige Tausend protestierende Anrufe, Schneider zog das Fazit: "Königen und Kardinälen kann heute jedermann unbefangen entgegentreten, nicht aber der deutschen Weihnacht ..."

Gloria von Thurn und Taxis © NDR Da hatte des Pornostars Ilona Staller entblößter Busen weniger Aufsehen erregt. Oder das Bekenntnis der Gloria von Thurn und Taxis, sie sei zum Gebären immer bereit "wie die Pfadfinder". Oder die Zynismen eines gräflichen Organhändlers, worauf sich etliche meldeten und ihre Nieren zum Verkauf anboten.

"Kuli" und Geißler

Und dann war da noch die Sache mit Hans-Joachim Kulenkampff. Es fing ganz harmlos an. "Kuli", Deutschlands liebster Showmaster, war schon Gast in einer der allerersten NDR Talk Shows, dann aber über Jahre hinweg Talk-unwillig gewesen. Doch am 15. Januar 1988 war es wieder so weit. Kulenkampff, gerade an Ida Ehres Hamburger Kammerspielen beschäftigt, kam und saß zunächst neben seiner greisen Prinzipalin ganz artig da. Bis ihm unverhofft über die Lippe trat, der Heiner Geißler also, der CDU-Generalsekretär, der sei ein Hetzer, "schlimmer als Goebbels".

Der Skandal war komplett. Geißler gab sich wirkungsvoll tiefverletzt. Und Kuli ärgerte sich im privaten Kreis über sich selbst: "Warum habe ich Rindvieh nur nicht "der schlimmste seit ..." statt "schlimmer als ..." gesagt? Kein Aas hätte mir da an den Wagen fahren können."

Eine zweite Sendung. Am 29. Januar mit Kulenkampff und Geißler. Anfängliche Schärfen, aber dann doch der versöhnende Handschlag. Kulenkampff nahm "hundertmal, tausendmal" seine Beschimpfung zurück. Und den Segen erteilte der greise, weise Börsianer André Kostolany: "Bei uns Ungarn heißt es: Bittet einer um Pardon, ist alles vergeben. Nur kein Ehebruch ..."

Über dreißig Prozent Sehbeteiligung brachte diese Sendung. Mehr als am nächsten Abend beim ZDF Thomas Gottschalks "Wetten dass ...?" sahen. Und überhaupt stand die NDR Talk Show nach zehn Jahren glänzend da.

Logo der Sendung NDR Talk Show © NDR
Nächste Sendung: 10.02.2012 22:00 Uhr

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Oscarfieber und Glücksgefühle: Prösterchen! Zur teuflisch guten Jubiläumssendung erwarten die Moderatoren spannende Gäste wie Benno Fürmann, Doris Dörrie und Bastian Sick.

Wiederholung der Sendung

15.02.2012 01:30 Uhr

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Klaus Kinski © NDR
 
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Klaus Kinski (1985)

"Ich komm' hierher, weil man mich gefragt hat."

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Klaus Kinski (1985)

"Du versuchst mich in die Enge zu drängen."

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Klaus Kinski (1985)

"Ich brauche keine Komplimente von dir."

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Klaus Kinski (1985)

Im Gespräch mit Alida Gundlach: "Ich bin nur zurückgekommen, weil ich dich von hinten gesehen habe."

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Gloria von Thurn und Taxis © NDR
 
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Gloria von Thurn und Taxis (1987)

"Wie die Pfadpfinder - allzeit bereit."

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Gloria von Thurn und Taxis (1987)

"Die Deutschen sind sehr spendenfreudig."

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