Landpartie - Nach Wangerooge

Vom Festland auf die ostfriesische Insel

Sonntag, 22. Januar 2017, 20:15 bis 21:45 Uhr

Die Insel Wangerooge gehört zu den schönsten Sandhaufen der Welt - das sagen die Friesen von ihren Inseln. Vor mehr als 5.000 Jahren sind die Ostfriesischen Inseln auf Sandbänken in der Nordsee entstanden. Wangerooge ist das am weitesten östlich gelegene Eiland - und etwas ganz Besonderes. Anders als die übrigen Inseln gehört Wangerooge nämlich nicht zu Ostfriesland, sondern zur Grafschaft Oldenburg. Darauf sind die Wangerooger stolz.

Bei Ebbe durch das Wattenmeer

Ebbe und Flut bestimmen das Leben auf der Insel. Alles geht auf Wangerooge etwas langsamer als auf dem Festland.  Bei Ebbe kann man eine Wattwanderung machen, zum Beispiel zur Minsener Oog. Die Nachbarinsel ist unbewohnt. Wenn die Vögel ziehen, kommen Vogelbeobachter dort auf ihre Kosten. Ohne einen erfahrenen Wattführer sollte sich allerdings keiner auf den Weg machen. Ebbe und Flut können tückisch sein und ändern sich nach den Gezeiten. Schnell kann man die Orientierung verlieren im Watt.

Urlaubsregion Wangerland

Der Name Wangerooge kommt von dem germanischen Wort "wanga" (Wiese) und dem Friesischen "oog" (Insel). Übersetzt bedeutet das: die zum Wangerland gehörende Insel. So heißt der Küstenstrich, dem die Insel Wangerooge vorgelagert ist. Und das Wangerland ist ein schöner Landstrich, ideal, um dort Urlaub zu machen - einen Abstecher auf die Insel Wangerooge inklusive.

Friesische Geschichte in Jever

Wann und wie die Friesen in das Land am Meer kamen, liegt im Ungewissen. Fest steht: Mit Viehzucht und Getreideanbau haben es die Friesen zu Wohlstand gebracht. In der Stadt Jever mit ihrem beeindruckenden Schloss bekommt man noch heute einen Eindruck davon. Das noble Fräulein Marie von Jever ließ das Schloss erbauen. Sie war die Tochter eines der letzten friesischen Häuptlinge. Bis heute wird sie im Wangerland  verehrt - eine selbstbewusste Frau des 16. Jahrhunderts.

Backen wie zu Großmutters Zeiten

Das Wangerland ist Bauernland. Überall in den Dörfern ist etwas zu entdecken. Zum Beispiel die alte Landbäckerei in Middoge. Da backt Helma Schoof noch Brot wie zu Großmutterns Zeiten. Nicht Nirostastahl, sondern weißes Email herrscht in der Backstube vor. Vieles wird noch mechanisch gemacht. Helma Schoof hat Bestandsschutz für ihre Bäckerei. Wenn sie mal aufhört, ist das möglicherweise das Aus der nostalgischen Backstube und damit das Ende von Köstlichkeiten wie Schwarzbrot, Rosinenstuten und 17 verschiedenen Brötchensorten.

Besuch auf der Jade-Rennbahn

Hooksiel ist ein kleines Zentrum an der Küste. Wenn das Krabbenfest ist oder die Rennwoche, dann ist es schwierig, ein Bett für die Nacht zu bekommen. Jedes Jahr im Sommer laufen sie wieder, die eleganten Traberpferde mit ihren Jockeys im Sulky. Auf das Wetter werden keine Wetten angenommen, auf Platz oder Sieg auf der Jade-Rennbahn schon.

Gänsehaut im Gruseleum

In einer Kirche, die keine mehr ist, befindet sich in Hooksiel das Gruseleum. "Sünder herzlich willkommen", steht an der Tür angeschlagen. Künstler aus der Region haben die Räume gestaltet und die Spukgestalten geschaffen. Nachmittags gibt es ein Grusel-Programm für die ganze Familie. Abends ab 19 Uhr erschrecken gespenstische Figuren nur die Großen. Wen es also nicht genug gruselt bei einer Wanderung im herbstlichen Wattenmeer - mit der Sendung Landpartie ab ins Gruseleum. Gänsehaut garantiert.

Autor/in
Achim Tacke
Regie
Achim Tacke
Moderation
Heike Götz
Redaktionsleiter/in
Holger Ohmstedt
Produktionsleiter/in
Thomas Schmidtsdorff
Redaktion
Beatrix Bursig
Redaktionsassistenz
Ute Krämer
Kamera
Marc-Christoph Höpner
Bernd Zink
Schnitt
Norma Beckers