Expeditionen ins Tierreich

Wildes Karelien - Land der Braunbären und Singschwäne

Mittwoch, 18. Oktober 2017, 20:15 bis 21:00 Uhr
Donnerstag, 19. Oktober 2017, 14:15 bis 15:00 Uhr

Zwei junge Braunbären in Karelien.

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Er ist nur kurz, der Sommer im Norden Russlands. Nah am europäischen Polarkreis hat die Natur eine einzigartige Wildnis geschaffen: Karelien, mit über 60.000 Seen, endlosen Mooren und ausgedehnten Wäldern. Einen Sommer lang haben Axel Gebauer und sein Team unter Bären, Singschwänen und Elchen verbracht. Entstanden ist ein einfühlsames Naturporträt mit zwei ungewöhnlichen Menschen, die uns die Natur und die Seele Russlands näherbringen.

Karelien erwacht aus der Winterstarre

Zwischen Russland und Finnland, dem Weißen Meer und dem Finnischen Meerbusen liegt Karelien. 60.000 Seen, 27.000 Flüsse, zahllose Moore und Europas größtes Waldgebiet. Nach monatelanger Dunkelheit erscheint endlich die Sonne wieder über dem Horizont des russischen Nordens. Ihr Licht, ihre Wärme und Energie wecken Karelien aus der Winterstarre. Birkhähne balzen sobald der Winter an Kraft verliert, Braunbärenmütter durchstreifen mit ihren Jungen die Taiga, begleitet von den melancholischen Rufen der Singschwäne. In dem Gebiet, das so groß ist wie Deutschland, leben weniger Einwohner als in Köln.

Singschwäne im Vodlozero Nationalpark.

Der Volksmund sagt, dass es in Karelien nur zwei Jahreszeiten gibt: Den acht Monate langen Winter und den vier Monate kurzen Sommer. Licht hat in Karelien eine ganz besondere Bedeutung. Mit Macht brechen die Sonnenstrahlen durch die Wolken und zaubern einen glänzenden Schimmer auf die Wellen des Vodlozero Sees. Im Mittsommer geht die Sonne nicht unter. Die weißen Nächte lassen das Leben auch "nachts" pulsieren. Doch der vermeintliche Überfluss an Energie geht schnell vorüber. Bereits Anfang September naht das Ende des Sommers. Mit sinkender Sonne verlassen die Singschwäne Karelien. Mit einem letzten fantastischen Aufglühen der Polarlichter fällt das Land erneut in Dunkelheit und Winterschlaf.

Kampf um den Erhalt dieser einmaligen Wildnis

In der Jahrtausende währenden Siedlungsgeschichte Kareliens wird bis heute die enge Verbindung von Natur und Kultur deutlich. Der Bär ist das Wappentier Kareliens, Singschwäne gelten als heilige Vögel. Abbilder von Schwänen haben Steinzeitkünstler bereits vor 6.000 Jahren in die Uferfelsen des Onegasees geritzt. Heute allerdings stört der Einfluss des Menschen die Natur Kareliens immer mehr. Die Bedrohungen durch Jagd, Holzeinschlag, Straßenbau, Wasserkraftwerke, Pilz- und Beerensammler nehmen stetig zu. Doch es gibt Menschen, die sich für den Erhalt der einmaligen Wildnis einsetzen. Zwei werden im Film porträtiert. Beide sind besondere Charaktere. Und jeder hat seine spezielle Beziehung zur Natur.

Zwei Männer, ein Ziel

Der eine, Valentin Wladimir Bologov, ist ein Mann der Tat. Er übernimmt Bärenwaisen von Auffangstationen und lässt sie an der russisch-finnischen Grenze frei. Ein unkonventioneller Naturschützer mit eigenen Visionen. Der andere, Oleg Chervyakov, hat den Vodlozerski Nationalpark (den größten Nationalpark Europas) gegründet und lange Zeit geleitet. Noch während dieser Tätigkeit wurde er orthodoxer Priester. Inzwischen lebt er zurückgezogen auf einer Halbinsel im Nationalpark und versucht, auf spiritueller Ebene andere Menschen für ein Leben im Einklang mit der Natur zu gewinnen.

Russland-Kenner Axel Gebauer und sein Team führen durch einen Sommer voller Leben, durch Landschaften am Polarkreis, so schön und ursprünglich, wie sie in Europa nur noch selten zu erleben sind.

Autor/in
Axel Gebauer
Rene Kirschey
Producer
Britta Kiesewetter
Henry Mix
Produktionsleiter/in
Eva-Maria Wittke
Redaktion
Ralf Quibeldey
Ralf Fronz