Expeditionen ins Tierreich

Heinz Sielmann - Der Tierfilm-Pionier wird 100!

Mittwoch, 07. Juni 2017, 20:15 bis 21:00 Uhr
Donnerstag, 08. Juni 2017, 14:15 bis 15:00 Uhr

Der 2006 verstorbene Regisseur, Autor und Kameramann Heinz Sielmann gehörte zu den populärsten Tierfilmern und Naturschützern Deutschlands. Am 2. Juni 2017 wäre er 100 Jahre alt geworden.

Tierfilmer Heinz Sielmann mit einer Robbe.

Heinz Sielmann - Der Tierfilm-Pionier

Expeditionen ins Tierreich -

Am 2. Juni 2017 wäre Heinz Sielmann 100 Jahre alt geworden - eine Hommage an einen der populärsten Tierfilmer und Naturschützer Deutschlands.

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Einblicke in das Leben des Tierfilmers Sielmann

26 Jahre lang präsentierte Heinz Sielmann die erfolgreiche ARD-Serie "Expeditionen ins Tierreich". Für Monate, manchmal sogar Jahre, verließ er Frau und Kind, um auf Expedition zu ziehen. Tiere zogen ihn magisch an, er war besessen von ihnen und folgte ihnen überall auf der Welt mit der Kamera.

Neu entdecktes Film-Material aus England

Das Fernsehpublikum in Deutschland liebte den Tierfilmpionier. Weniger bekannt ist, dass er auch von den Engländern verehrt wurde: als "Mr. Woodpecker". Neu entdecktes Material, exklusiv aus den Archiven der BBC, offenbart das britische Interesse an dem noch jungen Filmer.

Einzigartige Zeitzeugnisse zeigen Sielmann an der Seite des britischen "National Geographic"-Fotografen Robert Bob Campbell, gemeinsam unterwegs mit dem belgischen König Leopold III. und im Team des berühmten Verhaltensforschers Konrad Lorenz in der Nachkriegszeit der 1950er- und 1960er-Jahre.

Sein Werdegang - alles andere als geradlinig

Der Werdegang von Heinz Sielmann war alles andere als geradlinig: Aufgewachsen in Königsberg, der heutigen russischen Enklave Kaliningrad, verließ der Junge das elterliche Haus, um dem Einsatz an der Ostfront haarscharf zu entgehen und mit unglaublichem Glück die späten Kriegstage in Griechenland zuzubringen, schon damals als Naturfilmer und -forscher.

Die folgende Kriegsgefangenschaft führte über Ägypten ins Zentrum des britischen Empires. Unter den Augen der britischen Besatzer bahnte er sich den Weg zurück nach Deutschland und begann seine Karriere in der TV-Unterhaltungsbranche.

Gegen Ende seines Berufslebens gründete Heinz Sielmann gemeinsam mit seiner Frau Inge eine Stiftung mit dem Ziel: nachhaltiger Naturschutz durch Erwerb und Management riesiger Naturflächen. Für ihn schloss sich damit der Kreis: Der unruhige Charakter Sielmann fand Frieden, indem er seinen kommerziellen TV-Erfolg in praktischen Naturschutz münden ließ.

Einblicke ins Leben des Weltreisenden

Das Geflecht aus Originalaufnahmen der Kino- und Fernsehfilme, gepaart mit Auszügen aus den Reiseberichten, Fotografien, den Aussagen von Mitreisenden und schließlich den Erinnerungen seiner Frau verdichten diesen Film und geben Einblicke ins Leben des Weltreisenden.

Ein berührendes Interview mit Inge Sielmann am Originalschauplatz der elterlichen Wohnung lässt die Zeit mit ihrem Sohn wiederaufleben, der mit 24 Jahren auf einer gemeinsamen Expedition in Kenia tödlich verunglückte.

Nach aufwendiger Recherche konnten Sielmanns Naturfilmschätze aus den 1950er- und 1960er-Jahre ausfindig gemacht werden. Dank modernster Restaurierungstechnik erstrahlen sie in dieser Produktion in neuem Glanz. Dazu geben Wegbegleiter einen Einblick in die frühen Jahre des Tierfilms und in die Arbeit heute.

Redaktion
Ralf Quibeldey
Autor/in
Michael Sutor
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg