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Schimmel–Klaviere: Menschen mit Flügeln

Samstag, 10. Dezember 2016, 12:45 bis 13:30 Uhr

Ein Flügelklavier der Wilhelm Schimmel Pianofortefabrik in Braunschweig besteht aus bis zu 10.000 Einzelteilen. Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis es fertiggestellt ist. "Jeder Flügel, jedes Klavier hat eine Seele", weiß Karl-Heinz Habermann. Und diese Individualität, den unverwechselbaren Klang muss der Klavierbaumeister bei der Endabnahme der neuen Pianos jedes Mal aufs Neue erspüren. Sonst verlässt das Instrument, das den Preis eines Mittelklassewagens erreichen kann, die Fabrik nicht.

Seit 130 Jahren unter Familienleitung

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Klavierbau seit 1885 - Das Braunschweiger Werk der Wilhelm Schimmel Pianofortefabrik.

Bereits seit 130 Jahren fertigt das Traditionsunternehmen Konzertflügel und Klaviere und steht immer noch unter Familienleitung. Es ist ein Handwerk alter Schule, das die Klavierbauer, Tischler, Schlosser und Holzmechaniker beherrschen müssen. Die Liebe zum Detail ist überall zu spüren. Viele Musiker schwören auf die Wertarbeit aus Niedersachsen. Dazu zählte der Urwaldarzt Albert Schweitzer, der eigens ein tropentaugliches Klavier nach Afrika geliefert bekam, oder Udo Jürgens, der Schimmels "Gläsernen Flügel" bekannt machte. Der Star erzählt in diesem Film vom besonderen Verhältnis zu seinen Klavieren von Schimmel.

Auf der Suche nach einem Klavier

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Nikolaus W. Schimmel erzählt die Geschichte der Braunschweiger Klavierfabrik

Das Braunschweiger Unternehmen hat große Erfolge und harte Zeiten erlebt. Mal produzierte es bis zu 10.000 Klaviere im Jahr, mal musste es nach einer Insolvenz mit drei Mitarbeitern wieder von vorne anfangen. Ein Chef hätte um ein Haar den Fabriksessel mit dem Lenkrad eines Rennautos getauscht. 1944 wurde die Fabrik komplett zerstört und von den Mitarbeitern selbst wieder aufgebaut. Unmittelbar nach dem Krieg stellten die Braunschweiger erst einmal dringender gebrauchte Dinge her: Schulmöbel und Särge. Für diesen Film geht Seniorchef Nikolaus Schimmel in Bauerndörfern auf die Suche nach dem ersten, nach dem Zweiten Weltkrieg gebauten Klavier: Der Auftraggeber bezahlte damals nicht mit Geld, sondern mit Schweinen. 2009 überlebte die Firma sogar die zweite Insolvenz und produziert immer noch Klaviere und Flügel, deren Holz nur von einer bestimmten Baumsorte im Bayerischen Wald stammen darf.

Produktionsleiter/in
Jost Nolting
Regie
Heinrich Billstein
Autor/in
Heinrich Billstein
Redaktion
Silvia Gutmann
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