Stand: 21.02.2016 21:17 Uhr

Studt spricht sich gegen Hilfspolizisten aus

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Sie diskutierten in der Sendung Zur Sache (v.l.): Uwe Rath (Weißer Ring), Oliver Malchow (Gewerkschaft der Polizei), Stefan Studt (Innenminister). Es moderierte Michael Frömter (r.)

Die Polizisten in Schleswig-Holstein haben gut zu tun - sie stehen oftmals unter großem Druck. Einbrüche, Überfälle, sexuelle Gewalt, Terror, Schutz bei Großveranstaltungen, Flüchtlinge, Verkehrssicherung, Cybercrime - Herausforderungen, denen sich die Polizei auch in Schleswig-Holstein täglich stellen muss. Innenminister Stefan Studt (SPD) will seine Beamten durch zusätzliches Personal entlasten - "qualifiziert ausgebildetes", wie er am Sonntag in der Sendung Zur Sache bei NDR 1 Welle Nord betonte. In anderen Bundesländern - etwa in Berlin, Bayern, Baden-Württemberg - gibt es Hilfspolizisten, die eine kürzere Ausbildung durchlaufen, damit schneller verfügbar sind - und weniger kosten. "Für uns ist das kein Modell", sagte Studt.

Weißer Ring: "Vertrauen in die Polizei ist gerechtfertigt"

Oliver Malchow, der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei und Uwe Rath von der Opferorganisation Weißer Ring unterstützen diese Position. "Wenig hilfreich", nannte Rath die Idee von Hilfspolizisten. "Wir werben in der Prävention und auch bei den Opfern für Vertrauen in die Polizei - und dieses Vertrauen ist gerechtfertigt", sagte Rath, der früher selbst Polizist war. Malchow betonte, dass das hohe Ausbildungsniveau in Schleswig-Holstein ihre Berechtigung habe und erhalten bleiben müsse.

Die Türe eines Polizeiwagens. © NDR Fotograf: Samir Chawki

Welche Polizei braucht Schleswig-Holstein?

NDR 1 Welle Nord - Zur Sache -

"Zur Sache" zum Nachhören: Welche Polizei brauchen wir in SH? Darüber haben Uwe Rath (Weißer Ring), Oliver Malchow (Gewerkschaft der Polizei) und Stefan Studt (Innenminister) gesprochen. Es moderierte Michael Frömter.

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Beamte sollen länger arbeiten

Studt setzt darauf, kurzfristige personelle Engpässe damit zu überbrücken, dass er älteren Beamten anbietet, ihre Dienstzeit zu verlängern. "Das ist unsere Möglichkeit, schnell zusätzliches Personal zu gewinnen." Außerdem will er Aufgaben der Polizei an Unternehmen abgeben - zum Beispiel die Begleitung von Schwertransporten. Hier seien laut Innenminister Studt dem Land aber die Hände gebunden. Diese Vorschrift könne nur der Bund ändern. Er und Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) würden auf den Innenminister- bzw. Verkehrministerkonferenzen dafür werben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 21.02.2016 | 18:05 Uhr

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