Sendedatum: 09.08.2015 16:10 Uhr

Verkehrsstudio: Die Straßen stets im Blick

von Janine Artist

Drei Arbeitsplätze mit vielen, vielen Monitoren. An der Wand ein großer Bildschirm auf dem Live-Bilder von Verkehrsüberwachungskameras zu sehen sind. Die Kameras stehen beispielsweise auf der Rader Hochbrücke (Kreis Rendsburg-Eckernförde) oder auf der Köhlbrandbrücke in Hamburg. Das NDR Verkehrsstudio ist rund um die Uhr besetzt - an jedem Tag im Jahr. Gerade ist Detlef Weller-Wilson im Dienst und hat die Lage genau im Blick.

Hinter den Kulissen des NDR Verkehrsstudios

Aufmerksam: Von Kühen und Dixi-Klos

Das Ungewöhnlichste, was Detlef Weller-Wilson bisher in seiner Schicht erlebt hat, waren Kühe auf der Fahrbahn: "Kurios finde ich's meistens nicht, weil immer eine Gefahr damit verbunden ist. Also man sieht zwar die Kühe auf der Fahrbahn, aber denkt dann: Oh Gott, hoffentlich passiert nichts. Also man ist schon emotional auch ein bisschen dabei." Aber manchmal passieren auch wirklich witzige Geschichten: "Vor ein paar Wochen hatte ich das. Da war ein Dixi-Klo auf der Köhlbrandbrücke. Ich rief die Polizei an. Ich hatte gerade die Schicht übernommen und wusste nicht, dass da eine Baustelle eingerichtet war. Und für die Bauarbeiter stand eben eine mobile Toilette auf der Köhlbrandbrücke. Da hat sich die Polizei dann gefreut über meine Aufmerksamkeit", erzählt Weller-Wilson lachend.

Viele Quellen für verlässliche Infos

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Die Kollegen haben auf diversen Bildschirmen die kompletten Verkehr für Norddeutschland im Blick.

Die Verkehrsinfos kommen aber natürlich nicht nur von den Kameras, sondern aus verschiedenen Quellen, erklärt der Leiter des NDR Verkehrsstudios, Andreas Schulz-Caspári: "Zum einen von der Polizei, dann kommen die Daten von unseren NDR Staumeldern, vom ADAC und auch von TomTom. Aus diesem Mix machen wir dann eine Verkehrsmeldung." Vorher wird überprüft, ob Widersprüche in den Meldungen sind, die dann gegebenenfalls korrigiert werden.

Glocke, Hupe, Sirene - die Töne der Gefahren

Kommt eine neue Meldung rein, müssen die Mitarbeiter schnell reagieren. Akustische Signale helfen dabei, einzuordnen, wie wichtig die Info ist. Bei Staumeldungen zum Beispiel ertönt eine Art Glockenspiel, bei Tieren auf der Autobahn eine Hupe und bei großer Gefahr, wie etwa durch Falschfahrer, eine Sirene. Dann lassen Detlef Weller-Wilson und seine Kollegen alles andere sofort stehen und liegen: "Das will ich, muss ich und das mache ich auch sehr gerne, weil ich weiß, das rettet Leben."

Modernste Technik für die Sicherheit

Die Infos landen dann binnen Sekunden auf den Monitoren der NDR Moderatoren in den Studios - und nicht nur da, sondern auch auf der Website www.ndr.de/verkehr, außerdem im Videotext des NDR und das über DAB+ empfangbare NDR Traffic sowie auf Navigationsgeräten. Der NDR arbeitet dabei sowohl mit dem alten Standard TMC, der Deutschland nur grob rastert, als auch mit dem ultramodernen und genaueren TPEG: "Dort werden Geoinformationen mitgeschickt. Das heißt wir können jeden Punkt im Straßennetz adressieren. Also auch eine kleine Straße - mit Längen- und Breitengrad - nachzeichnen. Das funktioniert aber nur über DAB+ das Digitalradio," erklärt Schulz-Caspári. Damit ist das NDR Verkehrsstudio sogar der Navi-Industrie um eine Nasenlänge voraus.

Weitere Informationen

Verkehrsmeldungen für Norddeutschland

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein von 10 bis 2 | 09.08.2015 | 16:10 Uhr