Verkehrsmeldungen aus Hamburg
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Werden die sogenannten Esso-Häuser auf der Hamburger Reeperbahn abgerissen oder saniert? Bei einem runden Tisch zur Zukunft des Gebäudekpomplexes am Spielbudenplatz auf St.Pauli ist keine Entscheidung gefallen. Die Anwohner-Initiative schöpft eigenen Angaben zufolge wieder Hoffnung, den Abriss verhindern zu können - auch weil ein weiteres Gutachten erstellt werden soll. An den Beratungen am Montagabend nahmen neben den Anwohnern auch Bezirkspolitiker und der Investor Bayerische Hausbau GmbH (BHG) teil, wie NDR 90,3 am Dienstag berichtete.
Zum Gebäudekomplex gehören zwei Blocks mit 110 Wohnungen, eine Tiefgarage, Läden, Kneipen, der Musikclub Molotow sowie die bundesweit bekannte Kiez-Tankstelle - von ihr hat das Ensemble den Spitznamen "Esso-Häuser". Mieter und Anwohner befürchten eine Verdrängung der Altmieter. Sie haben Angst, dass der Kiez seinen Charakter verliert.
Die Gespräche sollen fortgesetzt werden. Das nächste Treffen zwischen Anwohnern, Politikern und dem Investor soll in zwei bis drei Wochen stattfinden. Als Etappensieg will das Sabine Stöwesand, Abrissgegenerin und Professorin für soziale Stadtentwicklung, aber nicht bezeichnen. "Aber das man dazu bereit ist, das weiter zu klären, halte ich für einen Erfolg für alle", sagte Stöwesand NDR 90,3.
Der Investor will neben 110 Sozialwohnungen noch weitere teure 140 Eigentums- und frei finanzierte Wohnungen bauen lassen. Dazu müsste der Bezirk aber den Bebauungsplan ändern.
Das Gesprächsklima war am Montag offenbar durch den Investor belastet worden, als bekannt wurde, dass er eigentlich schon am Dienstag allen Mietern einen Aufhebungsmietvertrag in die Briefkästen werfen wollte. Ein Vorgehen, auf das Anwohner und einige Bezirkspolitiker laut NDR 90,3 empört reagierten. Dieser Brief scheint aber erst einmal vom Tisch. Die Anwohnerinitiative hofft nun auch auf die soziale Erhaltungsverordnung, die Anfang 2012 für St. Pauli in Kraft tritt. Damit müsste ein Abriss der Häuser ein Tabu sein, betonte Stöwesand: "Weil die Verordnung Milieuschutz will - aber wie will man ein Milieu schützen, wenn man hier noch mehr Eigentumswohnungen baut?"