Stand: 20.05.2016 15:48 Uhr

Brahms-Marathon: Vier ab vier

Thomas Hengelbrock und das NDR Elbphilharmonie Orchester bieten allen Brahmsfans die seltene Gelegenheit, alle vier Sinfonien des Hamburger Komponisten hintereinander zu hören.

Der NDR widmet sich während des Internationalen Musikfests Hamburg ein Wochenende lang dem Schaffen Johannes Brahms. Den Anfang macht eine Brahms-Soirée am Samstagabend mit rund vier Stunden Kammer- und Chormusik. Am Sonntag folgt dann ein Konzertmarathon deluxe: Unter der Leitung von Thomas Hengelbrock spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester in zwei Konzerten ab 16 Uhr die vier Brahms-Sinfonien als Abschluss des Internationalen Musikfests Hamburg.

ARTE Concert übertrug den Konzert-Marathon live - auch hier im Internet. NDR Kultur übertrug live im Radio.

Abschlusskonzerte des Internationalen Musikfests Hamburg
So, 22.05.2016 | 16 Uhr und 19 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle (Johannes-Brahms-Platz 1)

Thomas Hengelbrock Dirigent
NDR Elbphilharmonie Orchester

Konzert um 16 Uhr:
JOHANNES BRAHMS
Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Konzert um 19 Uhr:
JOHANNES BRAHMS
Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90
Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

Die Konzerte sind einzeln, gemeinsam oder im Paket mit der Brahms-Soirée buchbar.

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Vier Resonanzräume der Brahms'schen Seele

"Ich glaube, wenn Brahms nicht zu meinen absolut bevorzugten Komponisten gehören würde, wäre ich als Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters fehl am Platz!", versichert Thomas Hengelbrock. Für den zweiten Tag des Brahms-Wochenendes hat er sich ein außergewöhnliches Mammutprojekt vorgenommen: Ab vier Uhr nachmittags führt das NDR Elbphilharmonie Orchester unter seiner Leitung alle vier Brahms-Sinfonien in einem Konzertmarathon auf. "Brahms in Hamburg zu spielen bedeutet natürlich, Eulen nach Athen zu tragen - aber die Gelegenheit, alle vier Sinfonien hintereinander zu hören, bietet sich auch hier nicht alle Tage", so Hengelbrock. "Wenn man sie als Zyklus spielt, offenbart sich deutlich ihre totale Verschiedenartigkeit. Es ist eine wunderbare Reise durch vier verschiedene Resonanzräume der Brahms'schen Seele."

Der populäre Brahms

Im ersten Teil des Nachmittags stehen mit der ersten und zweiten Brahms-Sinfonie zwei besonders populäre Sinfonien des Meisters auf dem Programm: Die Erste, mit der Brahms sich endlich von seinem Vorbild Beethoven löste, kulminiert bekanntlich in jener hymnischen Melodie, mit der die Bürger der Hansestadt tagtäglich im "Hamburg Journal" begrüßt werden. Und in der idyllischen Zweiten zeigt sich Brahms vor allem von seiner lebensfrohen, liedhaft-melodischen Seite. Im ersten Satz lugt sogar eine seiner berühmtesten Melodien hervor: "Guten Abend, gute Nacht …"

Genial und vollkommen

Im zweiten Teil des Sinfonien-Marathons folgt mit der dritten Brahms-Sinfonie zunächst eines der am genialsten konstruierten und dabei dennoch so emotional berührenden Werke des Meisters. Wem kämen bei der elegischen Melodie des dritten Satzes nicht die Tränen in die Augen? Das Anfangsthema der vierten Sinfonie wiederum unterlegten böswillige Kritiker einst mit den Worten "Ihm fällt schon wieder nichts mehr ein". Einen größeren Unsinn hat man in der Musikgeschichte wohl selten gehört! Brahms' Vierte gilt vielen Kennern und Liebhabern als eine der vollkommensten Sinfonien aller Zeiten. 

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