Kino auf Kampnagel: "Panzerkreuzer Potemkin"

Die Treppe von Odessa - vielleicht die eindringlichste Szene aus Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin".

Kino auf Kampnagel: Zum bereits fünften Mal lud Stefan Geiger zum Filmkonzert. Wie in der Goldenen Ära des Stummfilms dirigierte er das NDR Sinfonieorchester live und synchron zum Geschehen auf der Leinwand. Diesmal stand ein weltberühmter Filmklassiker auf dem Programm: Sergej M. Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin" von 1925. Die Musik dazu stammt von keinem Geringeren als Dmitrij Schostakowitsch.

Fr, 04.12.2015 | 20 Uhr
Sa, 05.12.2015 | 20 Uhr
Hamburg, Kampnagel (Jarrestraße 20)

Stefan Geiger Dirigent
NDR Sinfonieorchester

"Panzerkreuzer Potemkin" (1925)

Stummfilm von Sergej M. Eisenstein mit
der Musik von Dmitrij Schostakowitsch
(arrangiert von Frank Strobel)

FILMPHILHARMONIC EDITION
Film mit Genehmigung der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen,
Musik mit Genehmigung der Internationalen Musikverlage Hans Sikorski.

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"Bester Film aller Zeiten"

Dieses Bild hat sich unauslöschlich in das Bewusstsein eines jeden Cineasten eingebrannt: Auf der Hafentreppe von Odessa veranstaltet die zaristische Armee ein blutiges Massaker, nachdem sich eine Menschenmenge mit den aufständischen Matrosen des Kriegsschiffs "Potemkin" solidarisiert hat. Es ist die berühmteste Szene aus dem Film "Panzerkreuzer Potemkin", dessen Drehbuch auf wahren Begebenheiten während der russischen Revolution im Jahr 1905 beruht. Der kommunistische Propagandafilm wurde nicht nur wegen Eisensteins visionärer Montage-Kunst und seinen filmästhetischen Neuerungen auf der Brüsseler Weltausstellung 1958 zum "besten Film aller Zeiten" gekürt.

Sowjetische Symbiose

Bei der Uraufführung 1925 im Moskauer Bolschoi-Theater war "Panzerkreuzer Potemkin" noch mit einem Potpourri aus Musik von Beethoven bis Tschaikowsky begleitet worden. Erst bei der Präsentation einer Jubiläumsfassung im Jahr 1975 kam man auf die Idee, Musik von Dmitrij Schostakowitsch dafür zusammenzustellen, dessen Tonsprache vieles mit Eisensteins sowjetischer Filmkunst gemein hat. Nicht zuletzt komponierte Schostakowitsch seine Elfte Sinfonie mit dem Beinamen "Das Jahr 1905" sogar unter dem unmittelbaren Eindruck von "Panzerkreuzer Potemkin". Für die rekonstruierte originale Schnittfassung des Films hatte Filmmusikspezialist Frank Strobel die Ausschnitte aus Sinfonien Schostakowitschs noch einmal neu angepasst.

"Panzerkreuzer Potemkin" ist ein großer Film. Er ist ideologisch ausbetoniert, richtig in allen Einzelheiten, kalkuliert wie ein Brückenbogen. Je kräftiger die Schläge darauf niedersausen, desto schöner dröhnt er. Walter Benjamin