Urbański und Hampson in Lübeck

Star-Bariton Thomas Hampson und Krzysztof Urbański, seit dieser Saison Erster Gastdirigent des NDR Sinfonieorchesters, widmeten sich in diesem Konzert hintergründigen Weltsichten und doppelbödigen musikalischen Botschaften.

Junger Mann dirigiert.

Urbański über Schostakowitschs Zehnte

Die Zehnte Sinfonie des Russen steckt voll autobiografischer Botschaften. Krzysztof Urbański erzählt, warum sie aus seiner Sicht das großartigste Werk des Komponisten ist.

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Sa, 19.03.2016 | 19.30 Uhr
Lübeck, Musik- und Kongresshalle (Willy-Brandt-Allee 10)

Krzysztof Urbański Dirigent
Thomas Hampson Bariton
NDR Sinfonieorchester

RICHARD STRAUSS
"Till Eulenspiegels lustige Streiche" op. 28
GUSTAV MAHLER
Lieder aus "Des Knaben Wunderhorn":

  • Des Antonius von Padua Fischpredigt
  • Rheinlegendchen
  • Lied des Verfolgten im Turm
  • Der Schildwache Nachtlied
  • Revelge
DMITRIJ SCHOSTAKOWITSCH
Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93

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Lieder vom Menschen

"Es gibt keine Sinfonie, die nichts mit dem menschlichen Leben zu tun hat", ist sich Thomas Hampson sicher. "Die klassische Musik und damit die Welt, die Menschen, die Geschichte, die sich in ihr widerspiegeln, ist so riesig, so unerschöpflich."

Kartenvorverkauf

Konzertkasse im Hause Hugendubel
Königstr. 67a 
23552 Lübeck
Tel. (0451) 7 02 32–0
E-Mail: info@konzertkasse-luebeck.de

tips & Tickets
Willy-Brandt-Allee 10
23554 Lübeck
Tel. (0451) 790 44 00

Seit Jahrzehnten ist der gebürtige Amerikaner auf den Bühnen rund um den Globus unterwegs, um seine riesige Fan-Gemeinde an dieser Welt teilhaben zu lassen. Nun kommt er endlich wieder zum NDR Sinfonieorchester. Im Gepäck hat er Noten von seinem Lieblingskomponisten: Gustav Mahlers "Wunderhorn"-Lieder. In Hampsons Interpretation kontten einem ganz sicher nicht die vielen subtil ironischen Kommentare zur Welt und den Menschen entgehen!

Zwischen den Zeilen

"Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten", lautet ein berühmter Satz Gustav Mahlers. Zwischen den Zeilen zu lesen lohnt sich auch bei den beiden anderen Werken, die Urbański den "Wunderhorn"-Liedern zur Seite gestellt hat. Richard Strauss trug bekanntlich den Schalk im Nacken, und in seinem "Till Eulenspiegel" hat er seiner spöttischen Kritik am Spießbürgertum auch deftig Ausdruck verliehen.

Sinfonische Abrechnung

Aus überhaupt nicht spaßigen Gründen dagegen musste Dmitrij Schostakowitsch in seiner Musik zeitlebens einen Balanceakt zwischen der Erfüllung von Zwängen der sowjetischen Kulturpolitik und Mitteilung seiner privaten Weltsicht vollführen. Seine Zehnte Sinfonie lässt sich als persönliche Abrechnung mit dem diktatorischen Regime hören. Sie ist voller versteckter autobiografischer Botschaften, und wer will, kann nach einem erschreckenden Porträt Stalins schließlich auch ein veritables "Tauwetter-Finale" erkennen.

Je weniger Schostakowitsch es sich noch leisten konnte, die Welt aus der Distanz zu beobachten, desto mehr liebte er Mahler. Auch war Mahler ein großer Spötter, da konnte er lernen. Bernd Feuchtner, Schostakowitsch-Biograf
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