Doppeltes Debüt: Ticciati und Tamestit

Robin Ticciati ist einer der Überflieger der internationalen Dirigenten-Szene - und im Dezember erstmalig zu Gast beim NDR Sinfonieorchester.

Debüt eines Überfliegers: Der charismatische britische Dirigent Robin Ticciati, Jahrgang 1983, verfolgt im Konzert mit dem NDR Sinfonieorchester die Spuren (national)romantischer Sehnsüchte. Mit Antoine Tamestit steht ihm einer der gefragtesten Bratscher unserer Zeit zur Seite.

Fr, 18.12.2015 | 20 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle (Johannes-Brahms-Platz 1)

Einführungsveranstaltung um 19 Uhr

Robin Ticciati Dirigent
Antoine Tamestit Viola
NDR Sinfonieorchester

RICHARD WAGNER
"Die Meistersinger von Nürnberg" - Vorspiel zum 1. Aufzug
HECTOR BERLIOZ
Harold in Italien - Sinfonie mit Solobratsche op. 16
ROBERT SCHUMANN
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97
"Rheinische"

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Bilderbuchkarriere

Ausgebildet als Geiger, Pianist und Schlagzeuger, entdeckte Robin Ticciati mit 15 Jahren sein Talent fürs Dirigieren. Dann ging alles ganz schnell: 2005 war er der jüngste Dirigent, der jemals am Pult der Mailänder Scala stand. Heute gastiert er bei den größten Orchestern und an den bedeutendsten Opernhäusern weltweit und ist Chef in Glyndebourne sowie beim Scottish Chamber Orchestra. Für sein Debüt beim NDR hatte Ticciati drei Werke mitgebracht, die von der Begeisterung an landestypischer Kultur und Landschaft erzählen – sei es auf Reisen oder auf der Heimat.  

Weitere Informationen

Der Energizer

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Vom Rhein zu den Abruzzen…

Mit seinen am Rhein bei Wiesbaden komponierten "Meistersingern von Nürnberg" setzte Richard Wagner deutscher Handwerkerkultur ein Denkmal. Schon im berühmten Vorspiel wird freilich die geordnete Musik der altehrwürdigen Meistersinger mit dem schwärmerischen Motiv des Revolutionärs Stolzing genial kombiniert…

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Antoine Tamestit gibt mit Berlioz' "Harold in Italien" ebenfalls sein Debüt beim NDR Sinfonieorchester.

Ein Produkt der Byron- und Italien-Begeisterung seines Komponisten ist dagegen Hector Berlioz' "Harold in Italien". Ermutigt von Niccolò Paganini, schuf der Franzose eine Sinfonie mit Solobratsche, in der der Solist gleich dem melancholischen Träumer in Lord Byrons "Childe Harold's Pilgrimage" durch die italienischen Abruzzen wandelt.

… und zurück

Von rheinischer Fröhlichkeit ließ sich wiederum Robert Schumann in seiner schwungvoll anhebenden Dritten Sinfonie anstecken. Seine "Rheinische" komponierte er als Hommage an Land und Leute rund um seine neue Wirkungsstätte Düsseldorf.

Italien, die Alpen, das Bild des Meeres, eine Frühlingsdämmerung - hätte uns die Musik noch nichts von allem diesem erzählt? Robert Schumann in seinem Aufsatz "Sinfonie von H. Berlioz"