Tal & Groethuysen spielen Takemitsu & Debussy

Tōru Takemitsu liebte die französische Musik, auch für den französischen Chanson konnte er sich begeistern.

Tōru Takemitsu und Claude Debussy: zwei Komponisten aus verschiedenen Kulturkreisen und Epochen, deren Musik und Ästhetik dennoch ganz eng miteinander verbunden sind. Im Konzert des NDR Sinfonieorchesters der Reihe NDR das neue werk trafen Werke der beiden poetischen "Impressionisten" aufeinander.

Konzert im Radio

NDR Kultur hat das Konzert aufgezeichnet und sendet es am 12. April 2015 ab 22 Uhr in der Sendung "Soirée". Den Stream finden Sie rechtzeitig hier auf dieser Seite.

Fr, 12.12.2014 | 20 Uhr
Hamburg, Rolf-Liebermann-Studio

Brad Lubman Dirigent
Yaara Tal Klavier
Andreas Groethuysen Klavier
NDR Sinfonieorchester

CLAUDE DEBUSSY

  • Pagodes (orch. André Caplet)
  • Préludes (Auswahl, orch. Colin Matthews)
TŌRU TAKEMITSU
  • How slow the Wind
  • A way a Lone II
  • Quotation of Dream ("Say sea, take me!") für zwei Klaviere und Orchester
FLORENT MOTSCH
Flux et reflux
Europäische Erstaufführung

18.30 Uhr: Vorkonzert mit Tal & Groethuysen

CLAUDE DEBUSSY
La Mer (Fassung für zwei Klaviere von André Caplet)

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Programmheft zum Herunterladen

Das NDR Sinfonieorchester spielte unter der Leitung des Dirigenten und Komponisten Brad Lubman. Am Flügel saß DAS Klavierduo schlechthin: die beiden Pianisten Yaara Tal und Andreas Groethuysen, auf deren perfektes Zusammenspiel künstlerisch wie privat Verlass ist.     

Im Interview

Nachgefragt: Klavierduo Tal & Groethuysen

Wenn Yaara Tal und Andreas Groethuysen auftreten, sind spannende Konzertprogramme garantiert. Wir haben sie gefragt, was sie an der Kombination von Debussy und Takemitsu so fasziniert. mehr

Synthese aus Ost und West

"Ich würde mich gerne in zwei Richtungen auf einmal entwickeln, als Japaner, was die Tradition, als Westler, was die Neuerungen betrifft." – Wie kaum ein zweiter Komponist steht Tōru Takemitsu für eine Synthese aus Ost und West ein. Traditionelle japanische Philosophie und Musik verbinden sich in seinen Werken mit Konzepten der europäischen Moderne.

Insbesondere die Musik der Franzosen, allen voran Claude Debussy, hat auf Takemitsu stets inspirierend gewirkt. Wie diesen faszinierte ihn das Spiel mit der Klangfarbe, wie dieser orientierte er sich künstlerisch an der Sprache der Natur, liebte die Geräusche des Windes und des Meeres.

Pagoden, Träume und Meer

Umgekehrt war Debussy dem "Japonisme" verfallen. Seitdem er die Klänge und Rhythmen des Fernen Ostens auf der Pariser Weltausstellung kennen gelernt hatte, ließ ihn diese exotische Welt nicht mehr los. Bestes Beispiel dafür ist sein Klavierzyklus "Pagodes", der hier in einer Orchestrierung von André Caplet erklingt. Takemitsus "Quotation of Dream" für zwei Klaviere und Orchester wiederum ist offensichtlich von zahlreichen Passagen aus Debussys "La Mer" inspiriert. Im Vorkonzert spielen Tal & Groethuysen das gewaltige Meeresporträt in einer aparten Fassung für zwei Klaviere.

Takemitsu war nicht einfach ein Debussyist. Er suchte nach einer universalen Musik, in der sich Osten und Westen vermischen sollten. Takashi Hunayama